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Panorama Obdachlose in der Kälte: So können Sie helfen
Nachrichten Panorama Obdachlose in der Kälte: So können Sie helfen
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13:19 25.11.2018
Im Winter frieren viele Obdachlose auf der Straße. Quelle: Tobias Hase/dpa
Hannover

Wenn die Temperaturen fallen, beginnt für Menschen auf der Straße eine lebensgefährliche Zeit. Bei unzureichender Versorgung droht ihnen der Kältetod. Erst am vergangenen Sonnabend ist in Hamburg eine 64-Jährige auf der Straße erfroren.

Weitere Obdachlose sind in diesem Winter bereits in Köln und Düsseldorf erfroren, wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe mitteilte. Seit 1991 ist die Zahl der Kältetoten unter Wohnungslosen auf mindestens 300 gestiegen.

Umso wichtiger, dass Großstädte sich auf die Notlagen von Menschen ohne Zufluchtsort vorbereiten. In Deutschland sind die Kommunen für die Versorgung von Obdachlosen zuständig. So muss etwa gesichert sein, dass auch im Winter genug Unterkünfte zur Verfügung stehen. Zudem gibt es in vielen Städten karitative Programme und Einrichtungen, deren Mitarbeiter und Ehrenamtliche sich um Menschen auf der Straße kümmern.

So bereiten sich Städte auf die Notzeit vor

In Hamburg, wo etwa 2000 Obdachlose leben, gibt es im Winter 760 zusätzliche Übernachtungsplätze. In Berlin halten Kirchen und andere soziale Träger 1000 Not-Schlafplätze für die 6000 bis 10.000 obdachlosen Menschen bereit. In der Hauptstadt stehen seit Freitag außerdem die U-Bahnhöfe Moritzplatz und Lichtenberg als Notunterkunft offen.

In Kiel stehen für den Winter drei beheizte Container bereit, die von der Diakonie im Auftrag der Stadt betreut werden. Sie bieten insgesamt etwa 20 Schlafplätze. Lübeck hält derzeit 123 Plätze in Notunterkünften vor, die nach Angaben der Stadt dauerhaft belegt sind. Eine spezielle Winternotunterkunft gibt es nicht.

In Hannover sind rund 1200 Menschen in Unterkünften untergebracht. Die Diakonie gehe von rund 400 dauerhaft Obdachlosen aus, die auf Hannovers Straßen leben, sagte eine Sprecherin der Stadt. Neben den städtischen Unterkünften gibt es Angebote eines Netzwerks von freien Trägern, beispielsweise den Kältebus. Er wird von den Johannitern unterhalten und von der Stadt gefördert.

Wie kann ich obdachlosen Menschen helfen?

Zunächst gilt: Wenn sich obdachlose Menschen augenscheinlich in einer gesundheitlichen Notlage befinden und nicht ansprechbar sind, sollte sofort der Notruf gewählt werden. Die Sanitäter entscheiden dann, wie der Person weitergeholfen werden kann. Selbst wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass ein medizinischer Einsatz nicht notwendig ist, müssen keinesfalls Kosten übernommen werden. Wer in einem offensichtlichen Notfall untätig bleibt, macht sich der unterlassenen Hilfeleistung strafbar.

• Wer sich nicht traut, Obdachlose anzusprechen oder nicht weiß, was zu tun ist, kann andere Passanten um Mithilfe bitten. Lehnt ein Mensch die angebotene Hilfe allerdings ab, sollte dies akzeptiert werden.

• Wenn ein Obdachloser Hilfe benötigt und diese akzeptiert, stehen nachts in vielen deutschen Großstädten Kältebusse für eine akute und mobile Versorgung bereit. In den Bussen gibt es Getränke, Speisen, oft zusätzliche Schlafsäcke und eine Möglichkeit, sich aufzuwärmen. Auch können die Mitarbeiter die Obdachlosen in Notunterkünfte bringen. Wichtig: In Sozialen Netzwerken kursieren alljährlich die Nummern von Kältebussen. Die Hamburger Diakonie warnt davor, diese zu verbreiten.

• Tagsüber bieten soziale und kirchliche Einrichtungen Wärmestuben, Cafés oder ähnliche Aufenthaltsmöglichkeiten an.

• An mehr als hundert deutschen Bahnhöfen versorgen Mitarbeiter der Bahnhofsmission bedürftige Menschen und helfen in Notlagen weiter. Neben Speisen und Getränken gibt es meist auch die Möglichkeit, sich aufzuwärmen. An größeren Bahnhöfen sind die Missionen rund um die Uhr geöffnet. Hier finden Sie eine Übersicht aller Standorte.

• Neben Geldspenden für die Nothilfeprogramme und Kältebusse, helfen je nach Einrichtung auch Kleiderspenden und Sachspenden. In vielen Städten gibt es Spendenannahmestellen für Menschen auf der Straße.

Hier finden Sie Anlaufstellen und Spendenmöglichkeiten:

Berlin

Berliner Obdachlosenhilfe, Berliner Stadtmission, Berliner Kältehilfe, Caritas Berlin, Obdachlosenhilfe „Die Brücke“

Bremen

Kältebus der Johanniter, Innere Mission,
Die Bremer Suppenengel

Dresden

Diakonie Dresden; Treberhilfe Dresden, Wohnen für wohnungslose Senioren; Heilsarmee Dresden

Frankfurt am Main

Frankfurter Verein für soziale Heimstätten e.V., Franziskustreff, Diakonie Frankfurt

Hamburg

Winternotprogramm, Mitternachtsbus der Diakonie, Hanseatic Help, Engel in den Straßen

Hannover

Diakonisches Werk Hannover, Kältebus der Johanniter,
Tagestreffpunkt für Wohnungslose der Caritas

Köln

BfO Basislager, Freunde der Kölner Straßen und ihrer Bewohner, Sozialdienst katholischer Frauen e.V., Sozialdienst katholischer Männer e.V.

Kiel

Hempels, Diakonie Schleswig-Holstein

Leipzig

Leipziger Oase, Übernachtungshaus für Frauen

Lübeck

Menschen ohne Obdach, Vorwerker Diakonie

München

Kältebus München, Obdachlosenhilfe St. Bonifaz, Katholischer Männerfürsorgeverein München e.V., Evangelisches Hilfswerk

Stuttgart

DRK Kältebus, Helfende Hände e.V., Caritas, Wärmestube der Evangelischen Gesellschaft

Von RND/dpa/mkr

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