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Panorama New Jersey: Ungebremst in die Katastrophe
Nachrichten Panorama New Jersey: Ungebremst in die Katastrophe
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06:22 30.09.2016
Helfer versuchen, Opfer des Zugunglücks zu bergen. Quelle: afp
New York

Im Großraum der Millionenmetropole New York ist im Berufsverkehr ein Pendlerzug mit 250 Passagieren in einem Bahnhof verunglückt. Bilder zeigen schwere Teile, die von der Decke gestürzt sind. Stahlsäulen sind wie Zahnstocher umgeknickt, überall verwundete Menschen und rufende Rettungskräfte.

Offenbar ist der Regionalzug bei der Einfahrt unkontrolliert in den Bahnhof gekracht. Zunächst raste er gegen einen Prellbock, der in die Höhe geschleudert wurde und ein Glasdach zum Einsturz brachte.

Der Betonpuffer wurde durch den Aufprall in die Höhe geschleudert und brachte das Glasdach über den Gleisen zum Einsturz. Anschließend durchquerte der Zug eine Lagerhalle und prallte gegen die Wand zum Wartesaal, wo er dann stehen blieb. Die Waggons waren voll mit Berufspendlern auf dem Weg zur Arbeit.

Eine Frau erliegt ihren schweren Verletzungen

Eine Frau sei ums Leben gekommen, mindestens 108 weitere Menschen seien verletzt worden, sagte New Jerseys Gouverneur Chris Christie.

Ein Feuerwehrmann versorgt ein Opfer. Quelle: afp

Die Ursache für das Unglück ist noch unklar. Es habe am Bahnhof von Hoboken einen „schweren Unfall gegeben“, der Zugverkehr sei komplett eingestellt, teilte die örtliche Nahverkehrsgesellschaft mit. Der Zug mit der Nummer 1614 kam von Spring Valley, New York, und sollte Hoboken um 8.38 Uhr Ortszeit erreichen. Der Unfall geschah dann um 8.45 Uhr. „Es ist nur klar, dass der Zug mit hoher Geschwindigkeit in den Bahnhof eingefahren ist“, sagte Christie.

Unfallexperten sollen die Ursache klären

Die US-Eisenbahnbehörde FRA teilte mit, Ermittler untersuchen die Unfallstelle, die nur durch den Hudson River von Manhattan getrennt ist und im Bundesstaat New Jersey liegt. Bislang gebe es keine Hinweise auf einen Terroranschlag. Ob es an einem technischen Versagen oder am Zugführer lag? Die Ermittlungen sollen Antworten liefern. Der Zugführer überlebte den Unfall schwer verletzt und soll schnellstmöglich im Krankenhaus vernommen werden.

Da der Zug kein automatisches Bremssystem hatte, werde „absolut“ untersucht, ob dies für das Unglück mitverantwortlich war, sagte Bella Dinh-Zarr von der Transportsicherheitsbehörde NTSB.

Forderung nach automatischem Bremssystem

Nach Zugunfällen mit vier beziehungsweise acht Toten in New York 2013 und Philadelphia 2015 waren die Rufe nach der raschen Einführung des automatischen Bremssystems erneut lauter geworden. Der US-Kongress hatte als Frist zur Einführung das Jahr 2015 vorgegeben, diese dann aber bis 2018 verlängert und auch eine Verlängerung bis 2020 in Aussicht gestellt. „Je länger wir es versäumen, Investitionen in Technologie für Gleis-Sicherheit an erste Stelle zu setzen, desto mehr unschuldige Menschenleben riskieren wir“, sagte der Abgeordnete Sean Patrick, Mitglied im Ausschuss für Transport und Infrastruktur.

US-Fernsehsender zeigten Bilder des Bahnhofs, in dem erhebliche Sachschäden entstanden zu sein schienen. Der Bahnhof von Hoboken ist einer der meistbenutzten Pendlerbahnhöfe im Umkreis von New York.

Zeugen berichten von etlichen Verletzten

Zeugen berichten, wie Panik in den Waggons ausbrach. „Ich sah blutige Gesichter, hörte die Menschen schreien“, berichtet eine Zeugin der New York Times. Ein anderer berichtete von Stromkabeln, die aus der Wand ragten, Wasser, das von der Decke tropfte und von einem eingestürzten Dach. „Die Menschen versuchten, durch die Fenster des Zuges nach draußen zu klettern.“

Retter bringen ein Opfer in Sicherheit und zur Versorgung ins Krankenhaus. Quelle: afp

Bhagyesh Shah, ein Passagier aus dem zweiten Waggon, steht noch unter Schock. Aber er lebt. Der Unfall habe sich angefühlt wie ein Ewigkeit, auch wenn es in Wahrheit nur wenige Sekunden waren, sagte er im TV. „Ich sah eine Frau, die von schweren Betonteilen begraben wurde, ein Mann schrie, da waren so viele Verletzte.“ Ein weiterer Passagier berichtet von einem extrem lauten Knall. „Dann waren die Lichter aus.“

Hobaken gehört zu den größten Pendlerbahnhöfen im Großraum New York, der täglich von mindestens 50.000 Menschen genutzt wird.

Nancy Bido saß in der Mitte des Zuges. Es habe sich angefühlt, als ob der Zug viel zu schnell gefahren sei, berichtet sie. Sie verletzte sich am Kopf als sie bei dem Unfall mit einer Person vor sich zusammenstieß. „Alle waren geschockt und bestürzt, es herrschte Panik“.

Bringen sich in Sicherheit: Passagiere flüchten über die Gleise. Quelle: afp
Nur noch Trümmer: Der Bahnhof von Hoboken gleicht einem Trümmerfeld. Quelle: afp
Schnelle Hilfe: Retter bringen Verletzte ins Krankenhaus. Quelle: afp
Sofort im Einsatz: Eine Vielzahl von Krankenwagen sind zur Unfallstelle gerast. Quelle: imago

Von RND/Carsten Bergmann

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