Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Panorama Neunjähriger rettet ertrinkendem Bruder das Leben
Nachrichten Panorama Neunjähriger rettet ertrinkendem Bruder das Leben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:23 24.11.2016
Zwei Lebensretter: Den neunjährigen Markus Rud und Rettungssanitäter Michael Seebold verbindet seit dem Unglück eine Freundschaft. Quelle: dpa
Anzeige
Hamburg/Korbach

Eigentlich hatte sich der kleine Rudi nur vor dem Windelwechseln drücken wollen und war in den Garten gelaufen. Doch dann fiel der Zweijährige an jenem Samstagnachmittag im nordhessischen Korbach in den Familienpool und drohte zu ertrinken. Dank seines älteren Bruders Markus und eines Rettungsassistenten in der Leitstelle, der telefonisch die Reanimation anleitete, überstand Rudi das Unglück unbeschadet.

Für die ungewöhnliche Rettungsaktion sind der neunjährige Markus Rud und Rettungsassistent Michael Seebold am Donnerstag in Hamburg mit dem Nivea-Preis für Lebensretter ausgezeichnet worden. Die mit 1500 Euro dotierte Auszeichnung wird vom Unternehmen Beiersdorf AG und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) verliehen.

Zweijähriger fiel Kuscheltier in den Pool hinterher

Der zweijährige Rudolf, genannt Rudi, war am 3. September in den Pool gefallen und hatte das Bewusstsein verloren. Sein älterer Bruder Markus und seine Oma zogen ihn heraus. Der Neunjährige setzte den Notruf ab, weil seine russischstämmige Großmutter nur schlecht Deutsch spricht.

„Er mag keine Windeln, und dann ist er halt weggerannt“, berichtet der neunjährige Markus über die dramatischen Momente am 3. September. Während die Oma Windeln holte, flitzte Rudi in den Garten. Was dann passierte und warum der Kleine in den Pool fiel, hat niemand beobachtet. „Wir glauben, dass sein Kuscheltier runtergefallen ist, dann wollte er es holen und ist auch reingefallen“, sagt Markus.

Lebensrettung per Telefon

Rettungsassistent Seebold erinnert sich, dass der Anruf kurz vor Feierabend kam. „Markus war sehr aufgeregt, dann habe ich versucht, ihn zu beruhigen.“ Er habe sofort Retter losgeschickt. „Und dann habe ich gesagt: "Ich bleibe jetzt bei Dir und helfe Dir jetzt, Deinem Bruder zu helfen.“

Die telefonischen Anweisungen – stabile Seitenlage, Nase zuhalten, in den Mund pusten – halfen. Als der Notarzt im Haus der Familie eintraf, atmete Rudi schon wieder. Die Eltern der Jungen waren zum Zeitpunkt des Unglücks auf der Arbeit.

Pool ist jetzt ein Sandkasten

Olga und Eugen Rud eilten sofort nach Hause. Noch ein Zufall: Der Notarzt am Unglücksort ist der Chef von Mutter Olga, die als Arzthelferin arbeitet. Deswegen habe er sich im Haus der Familie ausgekannt, sagt sie. „Da sind zehn Schutzengel zusammengekommen.“ Sie sei sehr stolz auf ihren Sohn Markus.

Sehr gut gehe es seinem Bruder wieder, sagte Markus bei der Preisverleihung. Und: Wie ein Held fühle er sich nicht, sondern „eigentlich normal“. Er habe einfach nur gehandelt, nicht gedacht. Die Familie Rud und den Rettungsassistenten verbindet inzwischen eine Freundschaft, wie sie vor der Preisverleihung berichten.

Und der Pool? Den gibt es nicht mehr, er sei schon mit Erde zugeschüttet, sagt Mutter Olga Rud. „Da wird ein Riesensandkasten draus gemacht.“

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Erneut sollen Passanten einen hilflosen Menschen ignoriert haben: Ein Rollstuhlfahrer berichtet, dass er in Essen gestürzt war und auf dem Boden lag. Trotzdem sollen mindestens zehn Menschen an dem querschnittsgelähmten Mann vorbeigegangen sein.

24.11.2016
Panorama Weihnachtsdeko selbst machen - Do it yourself: Adventskranz mal anders

Am Sonntag ist es so weit – die Adventszeit beginnt. Da darf natürlich auch ein Kranz nicht fehlen. Sie haben keine Lust auf die Klassiker, die Zeit ist knapp und das Budget sowieso? Wir zeigen vier Alternativen zum Nachbasteln in unter einer Minute. Ganz ohne Tannengrün – versprochen.

25.11.2016
Panorama Schleswig-Holstein statt Tirol - Lieferpanne von Pistenraupe war PR-Aktion

Ein Lkw-Fahrer sollte eine Pistenraupe in die Alpen bringen. Aber er verwechselte Seefeld mit Seefeld und landete in Schleswig-Holstein statt in Tirol – so glaubte man. Jetzt stellt sich heraus: Das ganze war eine PR-Aktion.

28.11.2016
Anzeige