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Panorama Neuer Prozess um Gruppenvergewaltigung
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14:00 10.01.2018
Knapp zwei Jahre nach der Gruppenvergewaltigung einer 14-Jährigen in Hamburg-Harburg müssen sich die mutmaßlichen Täter erneut vor Gericht verantworten. Quelle: dpa
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Hamburg

Knapp zwei Jahre nach der Gruppenvergewaltigung einer 14-Jährigen in Hamburg hat ein neuer Prozess gegen vier junge Männer und eine Jugendliche begonnen. Nach der Feststellung der Personalien der Angeklagten schloss das Landgericht am Mittwochmorgen auf Antrag der Opferanwältin und der Verteidiger die Öffentlichkeit von der Verhandlung aus, bis das Urteil verkündet wird.

Eine andere Strafkammer hatte die fünf Angeklagten bereits im Oktober 2016 verurteilt, einen zur Tatzeit 21-Jährigen zu vier Jahren Gefängnis, die vier Jugendlichen zu Bewährungsstrafen.

Der Bundesgerichtshof hatte die Urteile des Hamburger Landgerichts teilweise aufgehoben, die Feststellung zum Tatgeschehen jedoch bestätigt. Demnach hatten sich drei Jugendliche und ein junger Mann am 11. Februar 2016 an dem betrunkenen Mädchen vergangen und die Taten in einer Wohnung mit dem Handy gefilmt. Dann hatten sie ihr Opfer frühmorgens bei eisiger Kälte in einem Hinterhof abgelegt. Ein Bewohner wurde auf das schreiende Mädchen aufmerksam und verständigte die Polizei.

Das Landgericht hatte drei Jugendliche wegen gemeinschaftlich begangenen schweren sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person, gefährlicher Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung zu Bewährungsstrafen verurteilt. Eine damals 15 Jahre alte Angeklagte erhielt ebenfalls eine Bewährungsstrafe wegen Beihilfe. Der einzige Erwachsene auf der Anklagebank, ein 21-jähriger Serbe, sollte für vier Jahre ins Gefängnis. Die Jugendlichen hatten die Taten gestanden. Der 21-Jährige hatte den Geschlechtsverkehr mit der 14-Jährigen als einvernehmlichen Sex dargestellt, was ihm das Gericht nicht abnahm.

Der Bundesgerichtshof hat das Landgericht unter anderem aufgefordert, auch den Straftatbestand der Aussetzung zu prüfen. Das ist der Fall, wenn jemand eine Person in eine hilflose Lage und Lebensgefahr bringt. Sollte die Strafkammer das nun bejahen, könnten sich die Strafen verschärfen. In dem Verfahren geht es in erster Linie um den Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person. Der Gesetzgeber bezeichnet diese Straftat inzwischen auch als Vergewaltigung.

Das 14-jährige Mädchen hatte zur Tatzeit unter der Obhut des Jugendamtes gestanden. Eine 15 Jahre alte Mitbewohnerin hatte es mit zu der Geburtstagsfeier in Harburg genommen. Dort tranken die Jugendlichen zum Teil erhebliche Mengen Alkohol, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Die 14-Jährige hatte zunächst einvernehmlichen Sex mit einem 16-Jährigen. Als sie anschließend alkoholbedingt widerstandsunfähig war, missbrauchte sie der 21-Jährige, dann die drei anderen jungen Männer.

Als das Mädchen zu schreien begann, legten drei der Angeklagten es kaum bekleidet bei eisiger Temperatur im Hinterhof ab. Die Täter hätten die 14-Jährige wie Müll weggeworfen, sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung im Oktober 2016. Im Krankenhaus musste das Mädchen auf der Intensivstation behandelt werden.

Ein Nachbar wurde auf das schreiende Mädchen aufmerksam und verständigte die Polizei.

Von dpa/RND

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