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Panorama Nach Kölner Geiselnahme: Brandopfer spricht über die Tat
Nachrichten Panorama Nach Kölner Geiselnahme: Brandopfer spricht über die Tat
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16:48 28.11.2018
Polizeibeamte vor dem Kölner Hauptbahnhof während der Geiselnahme (Archivfoto). Quelle: Oliver Berg/dpa
Köln

Sechs Wochen nach dem Brandanschlag und der Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof kämpft sich ein 14-jähriges Brandopfer noch immer mühsam in die Normalität zurück. Die Verbrennungen seien sehr tief gewesen, berichtete der „Kölner Stadt-Anzeiger“nach einem Interview mit der Schülerin.

Acht Operationen habe die 14-Jährige über sich ergehen lassen müssen, es gab zwei Hauttransplantationen. Drei, vier Meter könne sie inzwischen schon gehen, bevor sie ins Wanken gerate und das Gleichgewicht verliere, erzählte sie der Zeitung.

Ihren 15. Geburtstag möchte sie diesen Sonntag mit ihrer Familie in Hennef feiern. Und sie freut sich auf ihren Hund Tyson – einen Chihuahua, auf den Vater und Bruder aufgepasst haben.

Erst Brandanschlag, dann Geiselnahme

Ein 55-jähriger mutmaßlich psychisch kranker Flüchtling aus Syrien soll den Brandanschlag in einem Schnellimbiss verübt, sich dann in einer Apotheke verschanzt und eine Frau als Geisel genommen haben. Auf einem Video war eine dramatische Explosion in dem Schnellimbiss zu sehen und führte den Ermittlern vor Augen, wie viel Glück die meisten Gäste gehabt hatten.

Aber eben nicht dieses Mädchen, an dessen Schicksal vor allem die Kölner großen Anteil nahmen und auch Geld spendeten. Mit ihrer Familie möchte die Schülerin demnächst in die Türkei fliegen, „um mal komplett abzuschalten“.

An jenem verhängnisvollen Tag war sie mit ihrer Freundin in dem Schnellimbiss. Als sie sah, wie der Täter eine Flüssigkeit auf den Boden schüttete – die sich später als Benzin herausstellte – und die Pistole vor ihm wahrnahm, wollte sie weg, wie sie dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ erzählte: „Ich sagte zu meiner Freundin Jasmin: Lass uns gehen, ich habe Angst.“ Aber schon im nächsten Moment seien die Flammen hochgeschossen. Brennend sei sie hinausgelaufen.

„Wir liefen und liefen, wollten nur nach Hause“

Die Schmerzen spürte sie zunächst nicht. „Wir liefen und liefen, wollten nur nach Hause“, erzählte sie. Ein Passant stoppte sie, zog ihr den brennenden Schuh aus. Ein älterer Herr kümmerte sich um die Mädchen, bis die Rettungskräfte eintrafen. Bei diesen beiden Helfern möchte sich die 14-Jährige persönlich bedanken, aber sie weiß nicht, wie sie zu erreichen sind.

Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei hatte den 55-jährigen mutmaßlichen Täter nach zweistündiger Geiselnahme überwältigt und durch Schüsse schwer verletzt.

Die Bundesanwaltschaft machte am Mittwoch keine Angaben zum aktuellen Zustand des Mannes. Die Karlsruher Behörde hatte ein terroristisches Motiv für die Tat nicht ausgeschlossen. Sie ermittelt wegen zweifachen Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung.

Von RND/dpa