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Panorama Nach Inferno in Textilfabrik: Pakistaner klagen gegen Kik
Nachrichten Panorama Nach Inferno in Textilfabrik: Pakistaner klagen gegen Kik
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16:23 29.11.2018
Mehr als 250 Menschen verbrannten vor sechs Jahren in dieser Textilfabrik in Karachi. Quelle: dpa
Dortmund

Es war eine Tragödie: Bei dem Feuer in der Textilfabrik Ali Enterprises vor sechs Jahren waren mehr als 250 Menschen ums Leben gekommen. Der deutsche Textildiscounter Kik soll seinerzeit fast die gesamten Kapazitäten der Fabrik für die Fertigung seiner Produkte genutzt haben. Drei Angehörige und ein Überlebender fordern jetzt Schmerzensgeld.

Die Kläger sehen Kik mitverantwortlich für unzureichende Brandschutzmaßnahmen in der Fabrik und wollen den Discounter dafür haftbar machen.

Am 10. Januar nun will das Dortmunder Landgericht entscheiden, ob das Verfahren wegen Verjährung eingestellt oder fortgeführt wird. Bei den Klägern handelt es sich um einen Überlebenden und drei Angehörige von Todesopfern einer Brandkatastrophe in Karachi im September 2012.

Präzedenzfall in der Branche

Die von den beiden Menschenrechtsorganisationen ECCHR und Medico International unterstützten Kläger wollen erreichen, dass erstmals ein deutsches Unternehmen für ein Unglück bei einem Zulieferer im Ausland haftbar gemacht wird.

Es handele sich um einen Präzedenzfall, der Unruhe bei den Unternehmen auslösen dürfte, meint Miriam Saage-Maß von der Menschenrechtsvereinigung ECCHR. Schon die Tatsache, dass eine solche Klage zugelassen worden sei, setze ein Ausrufezeichen und strahle auf die gesamte Branche aus.

Kik weist die Ansprüche zurück und beruft sich darauf, dass nach pakistanischem Recht bereits Verjährung eingetreten sei. Für den Fall, dass die Richter nicht von Verjährung ausgehen, kündigten sie am Donnerstag an, den Sachverhalt anschließend umfassend aufklären zu müssen.

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Von RND/dpa