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Panorama Mutmaßlicher Mörder lässt sich Todesdatum tätowieren
Nachrichten Panorama Mutmaßlicher Mörder lässt sich Todesdatum tätowieren
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16:11 20.11.2016
Flucht beendet: der mutmaßliche Mörder der 20-jährigen Lisa ist gefasst. Quelle: Polizeipräsidium Niederbayern
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Freyung

Gefängnis statt Strandurlaub: Der mutmaßliche Mörder einer 20-Jährigen aus Niederbayern ist in Spanien festgenommen worden. Zu ihrer großen Erleichterung fanden die Spezialeinsatzkräfte auch den gemeinsamen Sohn des Paares bei dem Gesuchten – der Kleine ist wohlauf. Der 22 Jahre alte Tatverdächtige Dominik R. war nach dem gewaltsamen Tod seiner Partnerin Lisa mit dem 18 Monate alten Kleinkind aus Freyung geflohen. Er brachte die Fahnder mit einer bizarren Botschaft auf seine Spur.

Nach dem Fund der Leiche der jungen Frau hatte der mutmaßliche Mörder mehreren Menschen aus seinem Umfeld ein Foto von sich und seinem Sohn geschickt – aus dem Ausland, wahrscheinlich aus Frankreich. Dazu schrieb er laut Polizei, er werde noch ein paar Tage Urlaub machen und sich dann stellen. Die Beamten suchten deshalb in der vergangenen Woche mit Hochdruck und europaweit nach dem jungen Mann. Die Kripo Passau richtete eine 20-köpfige Sonderkommission ein.

Spezialeinheiten fassen Dominik R. im Urlaubsort

Deren Ermittlungen führten in den Küstenort Lloret de Mar, wo spanische Spezialeinheiten den 22-Jährigen am frühen Sonnabendmorgen in einem Appartementhaus verhafteten. Er hatte dort unter dem Namen seines Bruders eingecheckt. Die Polizisten fanden dort auch das Fluchtauto des Mannes. Die Staatsanwaltschaft Passau stellte umgehend einen Auslieferungsantrag an die spanischen Behörden.

Bis diese Formalitäten erledigt sind und der Mann tatsächlich wieder in Deutschland ankommt, werden einem Sprecher der Polizei zufolge noch etwa ein bis zwei Wochen vergehen. Der mutmaßliche Täter soll dann rasch vernommen werden, um die Hintergründe des Mordes aufzudecken.

Luca soll schnell wieder in die Heimat

Auch Luca, der Sohn des Paares, soll schnellstmöglich nach Deutschland zurückkehren. „Das ist in die Wege geleitet worden, aber ob er jetzt abgeholt oder zurückgebracht wird, das weiß ich nicht“, erklärte ein Polizeisprecher. Bei den Verantwortlichen war die Erleichterung groß, den Kleinen unversehrt vorzufinden. „Der Schutz des Kindes hatte für uns immer oberste Priorität.“ Der Kleine kam nach der Festnahme vorläufig in eine spanische Jugendhilfeeinrichtung. Die Behörden entscheiden in den kommenden Tagen über eine Vormundschaft.

Dieses Tattoo hat sich Dominik R. stechen lassen: Das Todesdatum von Lisa. Quelle: Polizei

Die spanische Polizei teilte am Sonntag mit, dass sich der 22-Jährige wohl nach dem Tod seiner Partnerin mit bizarren Tätowierungen schmücken ließ. Die Beamten bezeichneten es als „makaber“, dass sich der Mann „jüngst“ den Namen und das Geburtsdatum des Opfers, ein Kruzifix mit dem mutmaßlichen Datum der Ermordung am 27.10.2016 sowie „Gracias por todo“ („Danke für alles“) habe tätowieren lassen. Wann und wo der Körperschmuck gestochen worden sei, stehe noch nicht fest.

Die Mutter des Opfers hatte die Leiche am Sonnabend vor einer Woche in einem Mehrfamilienhaus in Freyung entdeckt – versteckt in einem Plastiksack. Sie hatte sich Sorgen gemacht, weil ihre Tochter über längere Zeit nicht zu erreichen gewesen war. Dem Obduktionsbericht zufolge war die junge Frau zu diesem Zeitpunkt bereits bis zu drei Wochen lang tot. Der 22-Jährige ist für die Polizei kein Unbekannter, er war wegen mehrerer Einbruchsdiebstähle bereits zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Von RND/dpa/cab

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