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Panorama „Moment des Staunens ist am wichtigsten“
Nachrichten Panorama „Moment des Staunens ist am wichtigsten“
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00:15 19.09.2016
Begeisterter Zauberer: Andreas Fleckenstein, Vizepräsident des Magischen Zirkels in Deutschland. Quelle: Privat
Hannover


Die hohe Kunst der Zauberei hat Andreas Fleckenstein schon als Kind fasziniert. Heute ist er Vizepräsident des Magischen Zirkels Deutschland. Dass Tricks im Internet verraten werden, sagt er im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, sei kein Problem für die meisten Zuschauer. Im Mittelpunkt stehe die Faszination Illusion.

Herr Fleckenstein, David Copperfield oder die Ehrlich Brothers sind die Popstars unter den Zauberern. Wie wichtig sind sie für die Branche?

Solche erfolgreichen Beispiele sind natürlich wichtig – für jede Kunstrichtung. Durch sie gerät die Zauberkunst in die Öffentlichkeit und sie sorgen damit auch für das Interesse von potenziellem Nachwuchs.

Was ist für Sie Zauberei überhaupt?

Etwas auf die Bühne zu bringen, was eigentlich nicht geht. Dabei ist der Moment des Stauens für die Zuschauer am wichtigsten. Wichtige Grundpfeiler für gute Zauberkunst sind Fingerfertigkeit, eine gute Präsentation und Psychologie. Natürlich gehören zu einem erfolgreichen Zauberkünstler auch noch andere Fähigkeiten, wie zum Beispiel ein fundiertes Wissen über Marketing.

Und was ist an David Copperfield so besonders?

Er ist ein riesiges Ausnahmetalent. Wenn er ein bekanntes Trickthema oder eine Illusion auf die Bühne bringt, ist es fast immer die beste Version. In seinen Shows ist sogar für Kollegen meist etwas Täuschendes dabei, er findet immer etwas Neues.

Wie meinen Sie das?

In der Zauberkunst gibt es verschiede Grundprinzipien auf denen unsere Kunststücke aufbauen. Die Grundtechniken der Tricks sind also bekannt und was der individuelle Zauberkünstler hinzu bringt, ist oft eine modere, neue Art der Präsentation. Selten kommt technisch etwas wirklich Neues hinzu.

Haben Sie ein Beispiel?

Nehmen wir den Trick mit der zersägten Jungfrau: Meist wird er mit zwei großen Kisten vorgeführt, die das „Opfer bedecken“. Copperfield hat bei diesem Trick die Kisten einfach weggelassen. Das ist zwar im Grunde auch eine alte Idee, aber er hat sie perfektioniert.

Ist es nicht ein Problem, wenn man im Internet alles nachlesen kann – eben auch Zaubertricks?

Für mich ist das Netz kein großes Problem. Ich glaube gar nicht, dass viele Menschen nach unseren Tricks suchen. Die meisten wollen sich die Illusion ja nicht zerstören lassen. Durch das Internet ist allerdings der Markt an Zaubertricks für jedermann riesig geworden. Jede Woche kommen etwa 20 bis 30 neue Kunststücke oder Literatur dazu.

Sie haben etwa 2900 Mitglieder, darunter auch Sigfried und Roy. Hätten sie gerne noch mehr Zauberer im Land?

Wir führen natürlich ein Nischendasein und unsere Mitgliederzahlen sind über die letzten Jahre konstant. Das ist aber auch gut so. Es soll ja auch nicht jeder zaubern können. Unsere Jugendarbeit läuft aber gut, und wir bieten ein vielfältiges Angebot für unseren Nachwuchs. Um die Zukunft der Zauberkunst müssen wir uns keine Gedanken machen.

Wenn Sie Kräfte wie Harry Potter hätten, was würden Sie sich zaubern?

Ich würde meine Fähigkeit geheim halten und dann die perfekte Zaubershow auf die Bühne bringen, die alle – auch die Kollegen – komplett verzaubert.

Von Heike Manssen

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