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Panorama Möbel zum streicheln: Samt liegt im Trend
Nachrichten Panorama Möbel zum streicheln: Samt liegt im Trend
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12:00 23.09.2018
Ein Fest für die Sinne: Experten warnen, ohne ein Samtsofa sei der Winter nicht zu überstehen. Dieses Modell von Bolia gibt sich ganz leicht in Rosa. Quelle: WETOUCH/Bolia
Hannover

Es gibt Stoffe, die wollen einfach gestreichelt werden. Samt beispielsweise besitzt eine nahezu magische Anziehungskraft auf unsere Finger, ständig wollen sie ihn berühren oder behutsam mal gegen, mal mit dem Strich bürsten.

Samt, dieses uralte Gewebe, aus dem die Mäntel mittelalterlicher Herrscher geschneidert wurden, begleitet die Menschheit nun schon seit Jahrhunderten – doch selten hat man sich so darum gerissen wie zurzeit. Blättert man durch die Kataloge von Einrichtungshäusern und Designboutiquen, schimmert es einem an allen Ecken samtig entgegen. Keine Frage: Samt liegt im Trend.

Da gibt es Kissen mit Samtüberzug, Plaids aus Samt, samtene Stuhllehnen, Samtvorhänge, Lampen mit Samt und Samtsessel. Nichts scheint dieser Tage allerdings von größerer Bedeutung als die Anschaffung eines Samtsofas. “Sie haben noch kein Samtsofa? Dann ist es aber höchste Zeit“, redete kürzlich ein Einrichtungshaus seinen Kunden ins Gewissen. Schließlich, das predigen Interieurexperten seit Monaten, könne man den bevorstehenden Winter gut auf einem Samtdiwan überstehen.

Denn Samt, das weiß man, ist der noble Verwandte von Plüsch und Velours, mit kürzerem Flor und eleganterem Fall. Samt wirkt im besten Fall weder plüschig noch billig, sondern strahlt gleichermaßen Luxus wie Behaglichkeit aus – Dinge, die nicht nur an fürchterlich dunklen und kalten Tagen gefragt sind: Je gestresster die Menschen sind – vom hektischen Alltag, von globalen Krisen, desto gemütlicher machen sie es sich daheim – so zumindest lautet die Regel des “Cocoonings“, die nun auch das Samt-Comeback befeuert.

Immerhin ist es nicht allzu lange her, da galt Samt noch als verpönt. Als ein abgewetzter Staubfänger aus Esoterikläden oder trutschiger Großtantenstoff mit Mottenkugelgeruch, der weder in trendorientierten Kleiderschränken noch angesagten Wohnzimmern Einlass fand.

Erst als der Italiener Giorgio Armani im vergangenen Jahr eine Winterkollektion voller Samt auf den Markt brachte, kehrte der Stoff in das modische Bewusstsein zurück. “Ich mag Samt, weil er mit traditioneller Eleganz verbunden wird – durch saubere Schnitte und überarbeitete Volumen wird das Material wiederum modern“, sagte der Designer und brach damit den Bann, mit dem Samt bis dato belegt war.

Von der modernen Samthose bis zum zeitgenössischen Samtsofa dauerte es denn auch nicht lange. Inzwischen haben fast alle Möbelhersteller nicht nur ein, sondern gleich mehrere samtene Sitzgelegenheiten im Angebot. Es gibt Samtsofas für Puristen in klaren Kastenformen, für Traditionalisten in ausladendem Chesterfielddesign oder für Romantiker als geschwungene Chaiselongue sowie die dazu passenden Poufs, Ohrensessel und Sitzbänke.

Eine Rolle spielt dabei nicht nur die samtweiche Oberfläche des Polsterstoffs, sanft und beruhigend muss auch seine Optik sein, weshalb neben dezenten Rosé- und Beerentönen häufig auch satte Erd- und Naturfarben zum Einsatz kommen. Ob in Fliederfarben oder Waldgrün – einmal auf einem Samtsofa Platz genommen, ist es besonders der zarte Glanz, der ins Auge fällt. Streicht man dann noch mit den Fingern darüber, ist das Sitzen mit allen Sinnen.

Von Sophie Hilgenstock

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