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Panorama Mehrheit der Deutschen lehnt die Zeitumstellung ab
Nachrichten Panorama Mehrheit der Deutschen lehnt die Zeitumstellung ab
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10:15 20.03.2018
73 Prozent der Befragten einer Forsa-Studie der DAK-Gesundheit sind gegen die Zeitumstellung. Quelle: dpa
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Hamburg

Der Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit steht weiter auf dem Prüfstand. Im Februar stimmte das EU-Parlament dafür, die im Jahr 1996 als Energiesparmaßnahme eingeführte Regelung, genauer unter die Lupe nehmen zu lassen. Die Kommission soll nun Vor- und Nachteile bewerten und die Maßnahme gegebenenfalls beenden. Der Nutzen der Zeitumstellung ist seit jeher umstritten, viele klagen über Herausforderungen für den Biorhythmus.

Auch eine große Mehrheit der Deutschen wünscht sich einer neuen Umfrage zufolge die Abschaffung der Zeitumstellung. 73 Prozent der Befragten sprachen sich in einer repräsentativen Studie des Forsa-Instituts gegen das Umstellen der Uhren im Frühjahr und Herbst aus.

Wie die Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit weiter ergab, glauben jedoch nur 31 Prozent, dass die Maßnahme in den nächsten fünf Jahren tatsächlich abgeschafft wird.

In der Umfrage gaben 27 Prozent der Befragten an, schon einmal gesundheitliche Probleme nach dem Wechsel zwischen Winter- und Sommerzeit gehabt zu haben. Als Beschwerden wurden vor allem Müdigkeit, Schwierigkeiten beim Einschlafen und Konzentrationsprobleme genannt. In der Nacht zum kommenden Sonntag werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt.

Was Sie zur Sommerzeit wissen müssen

Welche Länder wenden eigentlich die Sommerzeit an?

Es sind vor allem jene Länder, die in den gemäßigten Zonen der Nord- und Südhalbkugel liegen – also zwischen den Subtropen und der jeweiligen kalten Zone. Dazu gehören alle EU-Staaten. Die Balearen wollten zwar vor Jahren mal die Sommerzeit auf das ganze Jahr ausdehnen, mussten aber zurückrudern.

Wie lange dauert es nach der Zeitumstellung, bis sich der menschliche Organismus umgestellt hat?

Mediziner sprechen von acht Tagen. In dieser Zeit klagen viele Menschen über innere Unruhe, schlechten Schlaf (sogar bei der Umstellung auf die Winterzeit), über Veränderung der Herzfrequenz und Verdauungsbeschwerden. Kinder tun sich nach Angaben von Ärzten besonders schwer, einen neuen Rhythmus zu finden.

Stimmt es, dass nach dem Start der neuen Zeit zu mehr Verkehrsunfällen kommt?

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) spricht von bis zu acht Prozent mehr Unfällen im Straßenverkehr. Auch der Auto Club Europa (ACE) hat anhand von Daten des Statistischen Bundesamtes herausgefunden, dass sich in der Woche nach der Zeitumstellung schwere Unfälle häufen.

Gibt es denn überhaupt einen guten Grund für die Umstellung der Zeit?

Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung des Bundestages hat vor zwei Jahren gemeinsam mit externen Gutachtern mehrere Untersuchungen ausgewertet. Das Ergebnis ist ziemlich deutlich: Es fanden sich weder gesundheitliche noch ökonomische Effekte, die man positiv nennen könnte. Die Energieersparnis sei „allenfalls minimal“.

Gibt es schon Hinweise darauf, wie sich die EU-Kommission entscheiden wird?

Nein, bisher nicht. In Brüssel wird nur immer wieder darauf verwiesen, dass eine gemeinsame Zeit nötig ist, weil sich sowohl die Unternehmen wie auch die Bürger schwertun, auf einem gemeinsamen Markt mit unterschiedlichen Zeitzonen klarzukommen.

Von RND/dpa

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