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Panorama Marcel H. stellt sich der Polizei
Nachrichten Panorama Marcel H. stellt sich der Polizei
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10:43 10.03.2017
Stellte sich der Polizei: Marcel H. aus Herne. Quelle: Polizei Bochum
Herne

Die Polizei hat den mutmaßlichen Kindermörder Marcel H. am Donnerstagabend in Herne gefasst und ist dabei auf einen weiteren Toten gestoßen. Das teilten die Ermittler mit. Der Festgenommene sei „zweifelsfrei als Marcel H. identifiziert“ worden, hieß es weiter.

Der 19-Jährige habe sich gestellt und von sich aus den Hinweis auf ein Feuer gegeben. Am Ort des Brandes sei eine Leiche gefunden worden. Die Polizei hatte zunächst von zwei Toten in der Wohnung gesprochen, berichtigte diese Angaben jedoch später.

Der neun Jahre alte Jaden war am Montagabend in Herne erstochen im Keller des Nachbarn Marcel H. gefunden worden. Nach Angaben der Polizei verbreitete der 19-Jährige nach der Mordtat Fotos im Internet, die ihn blutverschmiert neben dem toten Kind zeigen. Seither gab es eine Großfahndung nach dem 19-Jährigen. Der Festgenommene werde nun vernommen, teilte die Polizei mit.

Im nordrhein-westfälischen Herne ist ein neunjähriger Junge umgebracht worden. Als mutmaßlicher Täter gilt ein 19 Jahre alter Mann.

„Ich bin der Gesuchte“

Ein Polizeisprecher erklärte, ein Mann habe am Abend einen Imbiss in Herne betreten. „In dem Imbiss hat die Person gesagt: „Ich bin der Gesuchte. Bitte rufen Sie die Polizei“, sagte der Sprecher. „Diese Person hat sich dann auch festnehmen lassen. (..) Parallel dazu hat es hier in einer Nebenstraße einen Brand in einem Wohnhaus gegeben.“

Dieses Foto, das auf Twitter kursiert, soll Marcel H. nach seiner Festnahme auf der Polizeiwache in Herne zeigen. Quelle: Twitter

Anwohner des brennenden Hauses reagierten entsetzt. Sie verspüre zwar Erleichterung, sagte eine 34 Jahre alte Frau. Aber: „Mich macht es traurig, dass er es überhaupt geschafft hat, drei Tage nicht gefunden zu werden.“ Nach Angaben des Oberbürgermeisters von Herne, Frank Dudda, sei die Angst der Bürger vor Marcel H. riesengroß gewesen. Besonders an Kindergärten und Schulen sei dies zu spüren gewesen, sagte er dem TV-Sender „N24“ am Freitagmorgen. „Die Eltern sind in eine Schockstarre verfallen.“

Der Anwalt der Familie des getöteten Jaden, Reinhard Peters, sagte der „Bild“-Zeitung: „Die Familie ist unendlich erleichtert und glücklich, dass der mutmaßliche Mörder des kleinen Jaden lebend gefasst werden konnte und seiner gerechten Bestrafung zugeführt werden kann.“ Dudda konnte sich nach einem Gespräch mit Peters nicht vorstellen, dass man unter den Tatumständen von einer Erleichterung sprechen könne. Die Trauerfeier für Jaden werde voraussichtlich nächsten Donnerstag stattfinden. Einzelheiten seien aber noch offen.

Polizei erhält Hunderte Hinweise

Die Polizei hatte bei der Suche nach dem mutmaßlichen Mörder des neunjährigen Jaden zuvor mehr als 1400 Hinweise erhalten. Am Donnerstag hatten Polizisten Handzettel und Fahndungsplakate in der 160.000-Einwohner-Stadt im Ruhrgebiet verteilt.

Immer wieder gab es aber auch Fehlalarme. Mit Großaufgeboten rückten die Einsatzkräfte etwa in Herne, Mönchengladbach und in Wilnsdorf bei Siegen aus, nachdem Zeugen den mutmaßlichen Kindermörder dort gesehen haben wollten. Bestätigt hatte sich der Verdacht in keinem der Fälle.

Die Ermittler werteten neben Bildmaterial und Texten aus dem Internet eine digitale Audiobotschaft mit Schilderungen zu der Tat aus. „Wir nehmen an, dass sie vom Täter stammt“, sagte ein Polizeisprecher. Dieser beschreibe in der Aufnahme seine Eindrücke nach dem Mord an Jaden. Auffallend sei die Gefühlskälte. Die Polizei machte keine Angaben, wie sie auf die Audiobotschaft gestoßen war.

Von RND/dpa/are

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