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Panorama Mann bezahlt Zivilcourage fast mit dem Leben
Nachrichten Panorama Mann bezahlt Zivilcourage fast mit dem Leben
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07:53 06.04.2017
Mit brutaler Gewalt haben mehrere junge Männer einen 28-Jährigen in einer Bahn im Raum Mannheim verprügelt (Symbolbild). Quelle: dpa
Mannheim

Der Vorfall liegt schon einige Wochen zurück. Am 11. März sei eine Frau von mehreren Männern in einer Regionalbahn im Raum Mannheim belästigt und beleidigt worden, berichtete die Polizei. Ein 28-jähriger Mann sei dazwischen gegangen und habe der Frau geholfen. Daraufhin sei er von den anderen Männern zusammengeschlagen worden. Ihm seien von den Angreifern mehrere Knochen gebrochen worden.

Die Männer müssen mit unglaublicher Brutalität vorgegangen sei: Die Staatsanwaltschaft Mannheim berichtet, dass die Angreifer den 28-Jährigen getreten, geschlagen und auch nicht damit aufgehört hätten, als ihr Opfer bereits am Boden lag. Im Gegenteil: Zwei Täter seien dann mehrfach von einer Sitzbank auf den Kopf des Mannes gesprungen. Deshalb gehe die Staatsanwaltschaft bei ihnen „von einem versuchten Tötungsdelikt“ aus.

Polizei fahndet nach einem Angreifer

Insgesamt sollen zehn Männer die Frau belästigt und anschließend ihren Helfer verprügelt haben. Drei von ihnen seien als Hauptverdächtige identifiziert worden, erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. Sie stützt sich auf die Aussagen der Frau. Nach einem Zeugenaufruf hatte sie sich bei der Polizei gemeldet.

Von den drei Hauptverdächtigen wurden zwei festgenommen. Sie säßen in Untersuchungshaft, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Nach dem dritten Verdächtigen werde noch gefahndet. Er ist einer der beiden, dem die Ermittler versuchten Totschlag vorwerfen. Nähere Angaben zu dem flüchtigen Mann machte die Polizei zunächst nicht.

Gegen die übrigen sieben Männer werde Anzeige erstattet, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der Fall erinnert an Dominik Brunner: Der 50-Jährige war 2009 am Münchener S-Bahnhof von zwei Jugendlichen zu Tode geprügelt worden, nachdem er sich schützend vor vier Kinder gestellt hatte.

Von dpa/RND/wer