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Panorama Lateinamerika: Angst als täglicher Begleiter
Nachrichten Panorama Lateinamerika: Angst als täglicher Begleiter
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07:00 03.11.2018
Polizisten bei einem Einsatz bei Protesten in Caracas in der Nähe der Zentralen Universität von Venezuela (Archivfoto). Quelle: imago/Agencia EFE
Hannover

Die Welt zerfällt zunehmend in Regionen, in denen Menschen relativ sicher leben können, und solche Regionen, in denen Menschen jeden Tag ums eigene Leben fürchten müssen. Den rasantesten Abstieg hat in den vergangenen Jahren Lateinamerika erlebt.

„Lateinamerika hat sich zur gewalttätigsten und gefährlichsten Region der Welt entwickelt“, sagt Érika Guevara, Amerika-Direktorin von Amnesty (ai). „Nicht mal in Regionen mit bewaffneten Konflikten werden so viele Menschenrechtsverteidiger und Reporter ermordet wie in Lateinamerika.“ Besonders tragisch mutet die Bestandsaufnahme deshalb an, weil ja gerade erst in Kolumbien der älteste bewaffnete Konflikt des Kontinents zwischen der Linksguerilla Farc und der Regierung nach einem halben Jahrhundert beendet werden konnte.

Gerade in Kolumbien standen Menschenrechtsaktivisten, Gewerkschafter und Vertreter von Minderheiten 2017 mehr denn je im Fadenkreuz. Zwar haben die Gefechte zwischen bewaffneten Gruppen und dem Staat deutlich abgenommen, aber für Ureinwohner, Afrokolumbianer und soziale Aktivisten ist das Land dennoch gefährlicher geworden.

In Mexiko werden jeden Tag 70 Menschen ermordet

Ein schwieriger Fall ist Mexiko, wo 36.000 Menschen als verschwunden gelten und vergangenes Jahr 29.168 ermordet wurden. Das entsprach einer Steigerung der Morde gegenüber 2016 um 23 Prozent und stellte die höchste Zahl dar, seit 1997 mit den Dokumentationen begonnen wurde. Jeden Tag werden 70 Menschen ermordet. Die überwiegende Zahl von ihnen stirbt bei Kämpfen des organisierten Verbrechens um Routen und Reviere oder bei Auseinandersetzungen der Kartelle mit den Sicherheitskräften.

Im Krisenstaat Venezuela sind vor allem die Medien- und Meinungsfreiheit im vergangenen Jahr unter die Räder geraten. 50 Radiosender schloss die Regierung von Staatschef Nicolás Maduro. Zudem wurden rund 120 Menschen bei den seit Monaten immer wiederkehrenden Demonstrationen gegen seine Regierung getötet, viele durch die Sicherheitskräfte.

Darüber hinaus verletze die Regierung die politischen Rechte von Oppositionspolitikern, schreibt Amnesty International in seinem Jahresbericht zur Sicherheit. Andersdenkende und Gegner der Regierung werden von Wahlen ausgeschlossen.

Brasilien: Gewalt der Sicherheitskräfte in Favelas

In Brasilien kritisiert Amnesty besonders die Gewalt der Sicherheitskräfte beim Einsatz gegen Verdächtige in den Favelas. Auch zeigten Polizei und Militär mehr Härte gegen Schwarze als gegen Weiße. Zudem würden nirgends sonst so viele Umweltschützer ermordet wie in Brasilien.

Von Klaus Ehringfeld/RND

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