Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Panorama Larven sollen Great Barrier Reef retten
Nachrichten Panorama Larven sollen Great Barrier Reef retten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:15 29.11.2017
Bei der Arbeit: Der Meeresbiologe Peter Harrison überprüft die Korallen am Great Barrier Reef.
Anzeige
Sydney

Australischen Forschern ist ein Durchbruch zur Rettung der gefährdeten Korallenriffe gelungen: Vor der Küste Australiens gelang es, auf den sterbenden Riffen mithilfe von Larven neue, gesunde Korallen zu züchten. Das gibt erstmals Hoffnung für das Great Barrier Reef, das in den vergangenen zwei Jahren bereits 50 Prozent seiner Korallen verloren hat. Dabei arbeiten die australischen Wissenschaftler mit einer neuen Methode, um die toten Riffe wiederzubeleben. Erste Erfolge in der Nähe der Heron-Insel im südlichen Great Barrier Reef sind vielversprechend. Aus

Das Team um den Meeresbiologen Peter Harrison von der Southern-Cross-Universität hatte für das Projekt bereits im November 2016 Koralleneier und Sperma gesammelt. In Aquarien züchteten sie daraus über eine Million Larven. Diese brachten sie in die beschädigten Gebiete, die sich möglicherweise nicht von alleine erholen würden.

Nur acht Monate später kehrte das Team zu den Bereichen zurück und stieß auf über 100 Jungkorallen, die sich in der Zwischenzeit auf den toten Riffen angesiedelt und den Bereich damit wieder zum Leben erweckt haben. Der Erfolg dieser neuen Methode sei möglicherweise von globaler Bedeutung, sagt Harrison. „Er zeigt, dass wir beschädigte Korallen wiederherstellen und reparieren können.“

Die Larven werden zu tellergroßen Korallen

Laut Harrison kann man aus Larven innerhalb von nur drei Jahren tellergroße Korallen züchten. Auch erste Versuche auf den Philippinen waren bereits erfolgreich. Dort wurden mithilfe der Larvenmethode Riffe, die durch Sprengungen beschädigt worden waren, wiederhergestellt.

Das australische Great Barrier Reef ist das größte Korallenriff der Welt. Es ist 2300 Kilometer lang und besteht aus 2900 Einzelriffen, 1500 Fischarten und 400 Korallentypen sind hier angesiedelt. Doch das Weltnaturerbe kämpft seit einigen Jahren ums Überleben. Wiederholt hat die Unesco gedroht, das Riff auf die Rote Liste des bedrohten Weltnaturerbes zu setzen. Allein in den vergangenen zwei Jahren haben ein Zyklon und zwei Bleichen rund 49 Prozent der Korallen getötet.

Zur Bleiche ist eine Folge des Klimawandels

Zu einer Bleiche kommt es, wenn die Wassertemperaturen zu hoch sind. In der Folge verfärben sich die Korallen weiß, da ihre Symbiose mit einer Algenart, die die Nesseltiere mit Energie versorgt und ihnen die bunten Farben verleiht, unterbrochen wird. Bleibt das Wasser über einen zu langen Zeitraum zu warm, können sich die Korallen nicht mehr erholen und sterben. Die Bleiche ist eine der verheerenden Folge des Klimawandels. Weitere Gefahren für das Great Barrier Reef sind der weit verbreitete Dornenkronenseestern, der die Korallen abfrisst, sowie Abwässer aus der Landwirtschaft.

Auch wenn Harrisons Methode der Larvenansiedelung nicht dazu geeignet ist, das Riff in seiner Ganzheit zu retten, so hoffen die Forscher doch, kleinere Einzelriffe wiederbeleben zu können. Die Nesseltiere sollen in die Lage versetzt werden, dass sie sich wieder selbst in anderen Regionen ausbreiten.

Das „Coral Gardening“ hat sich bewährt – ist aber zu teuer

Peter Harrison ist davon überzeugt, dass sein Ansatz andere Methoden wie das sogenannte Coral Gardening ablösen kann. Dabei werden gesunde Korallen abgebrochen und die Äste wieder auf Riffe gesetzt – in der Hoffnung, dass sie weiterwachsen.„Das ,Coral Gardening‘ ist die am weitesten verbreitete Technik in anderen Riffregionen, aber wir wissen, dass sie teuer ist und oft nicht die gewünschten Resultate bringt“, sagt der australische Meeresbiologe.

Neben Harrison arbeiten derzeit auch andere Forscher in Australien an der Rettung des Great Barrier Reefs. So wird beispielsweise auch die sogenannten Tritonshornschnecke, eine seltene Riesenschnecke, die bis zu einen halben Meter groß werden kann, gezüchtet. Denn diese hat den gefürchteten Dornenkronenseestern auf dem Speiseplan. Ein weiteres Forschungsprojekt versucht, mithilfe von 3-D-Drucktechnologie „Korallenprothesen“ zu produzieren.

Von Barbara Barkhausen / RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Showmacher und Moderator Stefan Raab hat überraschend sein Comeback angekündigt. Der 51-Jährige wird 2018 auf die Bühne zurückkehren. Die Fernsehkameras bleiben allerdings ausgeschaltet.

29.11.2017

Bei einem Unfall in einer Kiesgrube im Münsterland sind zwei Menschen von einer Lawine verschüttet worden und gestorben. Aufgrund der gefährlichen Bedingungen für die Rettungskräfte musste die Bergung zunächst abgebrochen werden.

29.11.2017
Panorama Rätsel um Schneemensch gelöst - Forscher entschlüsseln Yeti-DNA

Angeblich lebt der Yeti in den Schneehöhen Nepals und Tibets. Doch einen Beweis für seine Existenz gab es bislang nicht. Jetzt haben Forscher die vermeintlichen Überreste des mysteriösen Wesens erstmals unter die Lupe genommen – mit einem enttäuschendem Ergebnis für alle Yeti-Fans.

29.11.2017
Anzeige