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Kurt Cobain wäre heute 50 geworden

Der verletzliche Rebell Kurt Cobain wäre heute 50 geworden

Er erlangte als Lead-Sänger von „Nirvana“ weltweite Berühmtheit und wurde zur Ikone einer gesamten Generation. Doch der schnelle Ruhm brachte Kurt Cobain zu Fall: Unter Drogen beging er am 5. April 1994 Selbstmord. Am Montag wäre der Musiker 50 Jahre alt geworden.

Am 20. Februar hätte „NIrvana“-Frontmann Kurt Cobain seinen 50. Geburtstag gefeiert. 1994 beging er Selbstmord.
 

Quelle: imago

Frankfurt am Main.  Die Todessehnsucht war anscheinend groß: Kurt Cobain hatte sich bereits eine dreifache Überdosis Heroin gespritzt, als er letztlich doch noch zur Schrotflinte griff. Am 5. April 1994 beging der Frontsänger der Grunge-Band „Nirvana“ laut den Ermittlern mit einem Kopfschuss Selbstmord. „Es ist besser, auszubrennen als zu verblassen“, hieß es in seinem Abschiedsbrief in Anlehnung an einen Song von Neil Young. Die Nachricht seines Todes löste eine gewaltige Schock-Welle unter den Fans weltweit aus. Und Spekulationen um einen möglichen Mord folgten.

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In den 90er Jahren prägte die Musik von „Nirvana“ eine ganze Generation. Kurt Cobain gab den Ungehörten eine Stimme und verlieh ihrer Wut und Verzweiflung Ausdruck. Doch der Musiker zerbrach an dem Druck der Öffentlichkeit und beging 1994 Selbstmord. Wir zeigen das Leben einer Rocklegende in Bildern.

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Vor 50 Jahren, am 20. Februar 1967, wurde Kurt Cobain in der Holzfäller-Kleinstadt Aberdeen im US-Staat Washington geboren. Bis heute bleibt sein Tod ein Mysterium. Im Netz kursierten erst vor kurzem Berichte, nach denen der Rockstar unerkannt in Peru als Musiker unterwegs sein soll. Er werde sehr mystifiziert und romantisiert – „einfach weil er für immer 27 ist“, versucht seine inzwischen erwachsene Tochter Frances Bean die anhaltende Popularität Cobains zu erklären. „Kurt ist zur Ikone geworden, weil er nie altern wird“,  sagte sie dem Musikmagazin „Rolling Stone“.

 „Zerbrechliche und zugleich monströse Songs“

Cobain gehört zum berühmt-berüchtigten „Club der 27“ – allesamt Musiker, die nur 27 Jahre alt wurden wie Doors-Sänger Jim Morrison, Jimi Hendrix, Janis Joplin und Amy Winehouse. Ob Depressionen, Drogen oder der plötzliche Ruhm: Warum sich der Musiker damals das Leben nahm, bleibt spekulativ. Er sei „zu mürrisch, launisch und inzwischen leidenschaftslos“, hatte Cobain in seinem Abschiedsbrief geschrieben. Kurz vor seinem Suizid war er aus einer Entzugsklinik geflohen.

Wut, Selbsthass und Verletzlichkeit waren auch die musikalischen Botschaften von „Nirvana“, die stilprägend für die sogenannte Grunge-Bewegung war. 1987 gründete er gemeinsam mit dem Bassisten Chris Novoselic die legendäre Band, zu der später noch Schlagzeuger Dave Grohl dazustieß. Cobains Erfolgsrezept war es, die brachiale ungeschliffene Musik des späten Punk und Garagen-Rocks der Seattle-Szene mit eingängigen Pop-Melodien zu kreuzen. Der Grunge (zu deutsch: „Schmutz“) entstand.

Die widerwillige Stimme einer Generation

Der internationale Durchbruch gelang der Band 1991 mit dem Album „Nevermind“. Innerhalb kurzer Zeit wurde Cobain vom arbeitslosen Schulabbrecher zum Multimillionär und Rockstar. Das „Rolling Stone“-Magazin platzierte das Album auf Platz 17 der „500 größten Alben aller Zeiten“. Mit dem Hit „Smells Like Teen Spirit“ traf er das Lebensgefühl einer Generation, die sich überflüssig und abgelehnt vorkam. Jene sogenannte Generation X, die sich ohne Arbeit aber mit viel Fernsehen zufrieden geben musste. Oder wie Cobain es ausdrückte:„Ich fühl mich beschissen, uns gibt es, unterhaltet uns.“ Es ist also nicht verwunderlich, dass 68 Fans ihrem Idol in den Tod folgten.

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Wer in jungen Jahren berühmt wird, bekommt schnell die Schattenseiten des Ruhms zu spüren. Traurige Bekanntheit erlangten vor allem eine Reihe von Prominenten, weil sie aufgrund ihres Erfolges und dem daraus resultierenden Lebensstil im Alter von 27 Jahren starben. Sie werden als Klub 27 bezeichnet. Das sind seine Mitglieder.

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Den Hype um seine Person, verstand er schon zu Lebzeiten nicht. Im Januar 1994 sagte Cobain: „Aus irgendeinem Grund stellen uns die Leute auf ein Podest, doch das ist völliger Unsinn“, hatte er geschimpft, „es gehört nicht viel dazu, auf die Bühne zu gehen und Gitarre zu spielen, das kann jeder. Wir wollen nicht als Halbgötter verehrt werden.“ Er fühlte sich stets missverstanden, ungeliebt und überfordert. Der plötzliche Ruhm verstärkte seine Depressionen. Der Musiker fühlte sich vom Management, der Werbeindustrie und den Medien bedrängt. Auch die Hochzeit mit der Punk-Musikerin Courtney Love und die Geburt seiner Tochter Frances Bean im Jahr 1992 linderten seine Schwermut nur vorübergehend.

Eine sehr persönliche Deutung Cobains liefert seine Jugendfreundin Tracy Marander: Cobain habe zwar oft gesagt, dass er Familie und Freunde hasse, sagte sie. In Wirklichkeit sei es ihm aber einfach nur darum gegangen, nicht wieder verletzt zu werden

Von den Eltern im Stich gelassen

Der Grund für seine Dämonen liegen vielleicht in seiner Kindheit: Das Auseinanderbrechen der Familie durch die Scheidung der Eltern war offenbar ein Schock für den damals Neunjährigen. Der Vater und die Mutter lebten irgendwann mit neuen Partnern und Kindern zusammen. Der als schwierig und aufsässig geltende Kurt hingegen fand bei keinem mehr ein Zuhause. Innerhalb kürzester Zeit wurde er von der Mutter über den Vater zu den Großeltern und zu Tanten und Onkels weitergereicht.

Die erste E-Gitarre bekam Kurt im Alter von 14 Jahren von seinem Onkel. Wie besessen vertiefte er sich ins Gitarrespielen und Songschreiben. Die Punkrock-Bands im Radio waren für Cobain eine Offenbarung: „Ich spürte die Welt, die Entfremdung – und ich erkannte, dass ich das schon immer hatte tun wollen“, wird er in der Dokumentation „Montage of Heck“ zitiert.

Wie ein Obdachloser übernachtete er später in Krankenhaus-Wartesälen, Hausfluren und alten Autos. Die Schule brach er ab, zwischendurch arbeitete er als Hausmeister und Putzkraft. Mit Marihuana und später Heroin versuchte er nicht nur, seine ständigen Magenschmerzen zu bekämpfen: „Ich kann den ganzen Tag lang entfliehen, ohne routinemäßige Nervenzusammenbrüche“, schrieb er in sein Tagebuch. Vielleicht ist genau diese Sehnsucht nach Realitätsflucht der Grund gewesen, warum Cobain letztlich die Flinte ansetzte.

Von epd/RND/as

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