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Panorama Krebskranke darf sich einfrieren lassen
Nachrichten Panorama Krebskranke darf sich einfrieren lassen
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08:07 19.11.2016
Ärzte präparieren eine Leiche für die Konservierung (Archivbild): In den USA bieten Firmen das Einfrieren menschlicher Körper an Quelle: dpa
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London

„Ich bin erst 14 Jahre alt und ich will nicht sterben, aber ich weiß, dass ich sterben werde“, schrieb das Mädchen einem Richter vor ihrem Tod. Sie hoffe, dass ihre seltene Krebsform durch den medizinischen Fortschritt irgendwann in der Zukunft heilbar sei. Deshalb wolle sie sich die Chance auf ein längeres Leben bewahren. „Ich glaube, die Konservierung durch Einfrieren gibt mir die Chance, geheilt und wieder aufgeweckt zu werden – und wenn es erst in hunderten von Jahren ist.“

Das Mädchen hatte deshalb beim Gericht beantragt, dass seine Mutter allein darüber entscheiden darf, was mit ihrer Leiche geschieht. Der geschiedene Vater des Kindes hatte sich dem Plan ursprünglich widersetzt.

Leiche wurde in Trockeneis gelegt

Richter Peter Jackson entschied im Oktober zugunsten des Mädchens. Die 14-Jährige starb wenige Tage später, ihre Leiche wurde in die USA geflogen und dort in Trockeneis gelegt. Gemäß den Wünschen des Mädchens wurde das Urteil erst jetzt veröffentlicht, die Identität aller Betroffenen bleibt geheim.

In diesem Fall gehe es um eine „tragische Kombination“ von Familienkonflikt und der tödlichen Erkrankung eines Kindes, erklärte Richter Jackson. Die Anwältin des Mädchens sagte dem Sender BBC, die 14-Jährige habe den Richter als ihren „Helden“ bezeichnet. Es habe sie sehr getröstet zu wissen, dass ihr Wunsch befolgt werden würde. Der Richter hatte das Mädchen im Krankenhaus besucht.

Noch ist unklar, ob sie wiederbelebt werden kann

Der Richter ließ offen, “ob die Kryonik-Konservierung wissenschaftlich gültig ist oder nicht“. Die Körpertemperatur wird dabei auf minus 130 Grad heruntergefahren. Nach Angaben des Gerichts wird die bereits seit den 60er Jahren bekannte Methode ausschließlich in den USA und in Russland angewendet.

Die Kosten würden rund 43.000 Euro betragen, was von den Eltern der Mutter aufgebracht worden sei, schrieb der Richter in seinem Urteil. Es ist allerdings völlig unberechenbar, ob und wie die Eingefrorenen irgendwann wiederbelebt werden könnten. Das Mädchen hatte sich vor ihrem Tod im Internet über das Verfahren informiert.

Von afp/dpa/RND/wer

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