Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Panorama Kopf in Kloschlüssel: Geldauflagen für Erzieherinnen
Nachrichten Panorama Kopf in Kloschlüssel: Geldauflagen für Erzieherinnen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:05 06.12.2016
Das Amtsgericht Prüm hat am Dienstag das Verfahren gegen zwei ehemalige Erzieherinnen wegen Nötigung eingestellt. Sie hatten Kinder mehrmals kopfüber ins Klo gehalten. Quelle: dpa
Anzeige
Prüm

Sie haben mehrere Kinder kopfüber in eine Kloschlüssel gehalten und die Spülung betätigt, stellte das Amtsgericht am Dienstag zu Prozessbeginn fest. Da dies aber nicht als Bestrafung, sondern im Rahmen einer „ausgeuferten Spaßaktion“ geschah, seien die Verfahren gegen zwei Erzieherinnen einer Eifeler Jugendhilfeeinrichtung eingestellt worden, sagte der Direktor des Amtsgerichts Prüm, Oliver Emmer.

Prozess gegen Geldauflagen eingestellt

Eine Erzieherin müsse als Geldauflage 400 Euro zahlen. Die Jungs hätten freiwillig mitgemacht. „Die Schuld ist daher als gering zu bewerten“, sagte er.

Die zweite Erzieherin wurde allerdings noch auf Bewährung verwarnt, weil sie im Februar 2015 einen elfjährigen Jungen genötigt hatte, zwei Tage in einem Zimmer bei Wasser und trockenem Brot zu verbringen. Das Kind hatte die Frau zuvor massiv beleidigt: Sie wollte erreichen, dass es sich bei ihr entschuldigte. Als Bewährungsauflage muss sie 1000 Euro zahlen.

Angeklagte: Das war „eine blöde Idee“

Zum Prozessauftakt hätten die zwei Erzieherinnen die Taten gestanden, berichtete der Südwestrundfunk. Das sei eine blöde Idee gewesen, sagten die Angeklagten. Sie hätten nicht nur den Kindern, sondern auch deren Eltern und Freunden Leid angetan. Dem Sender zufolge brach die Ältere der beiden immer wieder in Tränen aus. Die jüngere Angeklagte soll sich dagegen gefasst gezeigt haben, aber dennoch um Verzeihung gebeten haben. Sie sei vermutlich überfordert gewesen, erklärte sie.

Beide Angeklagten sind nicht vorbestraft gewesen. Sie waren zum Tatzeitpunkt 22 und 27 Jahre alt. Dem Haus der „Jugendhilfegruppe Eifeler Hof“ war vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung wegen unerlaubter Erziehungsmaßnahmen im Frühjahr 2015 die Betriebserlaubnis entzogen worden.

Im April 2016 sei dort eine neue Einrichtung mit einem neuem Konzept für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eröffnet worden, sagte die Sprecherin des Amtes in Mainz.

Von RND/dpa/abr

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige