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Panorama „König von Deutschland“ muss ins Gefängnis
Nachrichten Panorama „König von Deutschland“ muss ins Gefängnis
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09:03 16.03.2017
Der selbst ernannte „König von Deutschland“, Peter Fitzek. Quelle: dpa
Halle

Die Richter sahen es am Mittwoch als erwiesen an, dass der 51-jährige Peter Fitzek aus Wittenberg jahrelang unerlaubt Bankgeschäfte betrieb und Gelder von rund 550 Anlegern veruntreute. Die Staatsanwaltschaft bezifferte die verschwundene Summe auf 1,3 Millionen Euro. Der Ankläger hatte für Fitzek vier Jahre Haft gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert. Fitzek hatte bestritten, sich bereichert zu haben.

Eklat bei der Urteilsverkündung

Bei der Urteilsverkündung kam es zum Eklat. Der Verurteilte reagierte mit wüsten Beschimpfungen auf den Richterspruch. Fitzek bezichtigte die Vorsitzende Richterin Ursula Mertens mehrfach, „Quatsch“ zu erzählen. Anhänger des Mannes in dem voll besetzten Saal reagierten mit Empörung auf den Richterspruch.

Der Verfassungsschutz rechnet Fitzek der Reichsbürgerbewegung zu. Der 51-Jährige streitet das ab. Reichsbürger leugnen die Existenz der Bundesrepublik Deutschland.

Oberstaatsanwältin Heike Geyer hatte dem Angeklagte vorgeworfen, zwischen Juli 2009 und August 2013 von rund 500 Anlegern Geldbeträge angenommen und ihnen sichere Anlagen versprochen zu haben. Im Einzelfall sollen es bis zu 300.000 Euro gewesen sein. Er habe die Menschen für seine Zwecke manipuliert, für seine Hirngespinste vom „Königreich“.

Fitzek: „Ich habe dem Gemeinwohl gedient“

Nach Überzeugung des Gerichts hat Fitzek die Anleger bewusst getäuscht, deren Ängste vor Banken und dem Finanzmarkt ausgenutzt. Er habe eine Bank betrieben mit einer Schar von Laien. Aber er habe sich das alleinige Verfügungsrecht genommen. „Ihre Anleger haben nichts mehr“, so Richterin Mertens.

Fitzek bestritt dies auch nach der Urteilsverkündung vehement. Der gelernte Koch und Karatetrainer gab an, immer dem Gemeinwohl gedient zu haben. Zu Prozessbeginn im Oktober 2016 nannte er sich einen „Diener Gottes“.

Der 51-Jährige beschäftigt die Gerichte in Deutschland seit Jahren. Er wurde mehrfach verurteilt, unter anderem weil er sich selbst einen Führerschein ausgestellt hatte und damit Auto gefahren war. Gegen die Urteile ging er stets vor.

Von dpa/RND