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Panorama Kindermorde lösen Proteste in Pakistan aus
Nachrichten Panorama Kindermorde lösen Proteste in Pakistan aus
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21:45 11.01.2018
Pakistanische Studenten zünden Kerzen für die ermordete Zainab an. Quelle: AP
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Islamabad

Die Vergewaltigung und Ermordung eines achtjährigen Mädchens hat in Pakistan eine Protestwelle gegen die Regierung ausgelöst. Wie am Tag zuvor, kam es auch am Donnerstag zu gewaltsamen Demonstrationen in der Stadt Kasur nahe der indischen Grenze, wie pakistanische Medien berichteten. Hunderte wütende Demonstranten plünderten ein Krankenhaus und die Privatresidenz eines lokalen Abgeordneten. Zudem versuchten sie, die Büros der lokalen Verwaltung und mehrere Polizeiwachen zu stürmen. Am Mittwoch waren bei den Protesten zwei Demonstranten getötet worden. Aktivisten, Studenten, Schüler und Anwälte forderten Gerechtigkeit.

Die Eltern des ermordeten Mädchens werfen der Polizei Untätigkeit vor. Nach dem Verschwinden ihrer Tochter sei nichts unternommen worden. Ein Unbekannter hatte die Achtjährige am 4. Januar auf dem Weg zur Schule verschleppt.

Der Zorn der Demonstranten erhielt neue Nahrung, nachdem am Donnerstag in Kasur die Leiche eines vor drei Tagen verschwundenen Sechstklässlers in einem Feld gefunden worden war. Am Dienstag war der Junge tot in einem Müllhaufen entdeckt worden. Das Kind sei ebenfalls mehrfach vergewaltigt und danach erwürgt worden, wie die Zeitung „Dawn“ am Donnerstag nach der Obduktion berichtete.

Zwölf ähnliche Morde in zwei Jahren

Die Bewohner von Kasur werfen den Behörden vor, nicht ernsthaft ermittelt zu haben, obwohl es in den vergangenen zwei Jahren zwölf ähnliche Morde gegeben habe. Sie glauben, dass das Mädchen Opfer eines Serienmörders wurde, der weiter auf freiem Fuß ist. Der Mord hat in ganz Pakistan für Empörung und Entsetzen gesorgt. Die Armeeführung versprach den Eltern Unterstützung.

Pakistans Oberster Richter, Saqib Nisar, ordnete eine eigene Ermittlung an. Der Regierungschef der Punjab-Provinz, Shehbaz Sharif, besuchte die Familie des Mädchens am Donnerstag und setzte ein Kopfgeld von 10 Millionen pakistanischen Rupien (rund 75.000 Euro) auf den Mörder aus.

Oppositionspolitiker Imran Khan kündigte eine Protestaktion gegen die Regierung für den 18. Januar in der Hauptstadt Islamabad an. Auch andere Politiker, wie der in Kanada beheimatete TV-Prediger Tahirul Qadri, wollen in Islamabad gegen die Regierung protestieren.

Die Stadt Kasur stand 2015 schon einmal in den internationalen Schlagzeilen, nachdem ein Kinderpornoring dort zahlreiche Kinder missbraucht und Videos davon nach Europa verkauft hatte.

Von epd/dpa/RND

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