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Panorama Kinder finden 30.000 Euro – und geben sie der Polizei
Nachrichten Panorama Kinder finden 30.000 Euro – und geben sie der Polizei
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18:33 23.11.2016
Woher das Geld stammt, ist noch nicht bekannt. Quelle: dpa
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Gundelfingen

Die sechs Schüler im Alter von 12 bis 13 Jahren hatten das Geld am Mittwoch in Bündeln gefunden – zwischen einer Gärtnerei und dem Ortseingang, teilte die Polizei mit. Die vier Jungen und zwei Mädchen brachten das Geld daraufhin zu den Beamten.

Polizist schreibt ehrlichen Findern Entschuldigung

Dort stellte ihnen ein Polizist sogar eine Entschuldigung aus – weil sie wegen ihrer Ehrlichkeit zu spät zur Schule kamen. „Wir gehen davon aus, dass der Lehrer aufgrund dieses triftigen Grundes eher loben als tadeln wird“, erklärte die Polizei. Der Eigentümer des Geldes konnte zunächst nicht ermittelt werden.

Ob es sich bei der hohen Summe um kriminell erlangtes Geld handelt, konnten die Ermittler zunächst nicht sagen. Ebenso möglich sei es, dass jemand damit zu einem Notartermin unterwegs gewesen sei, sagte eine Sprecherin. Die ehrlichen Finder können sich ihr zufolge aber über einen Finderlohn freuen: Den muss der Eigentümer nämlich zahlen, sobald er ermittelt ist.

Wann kann man Finderlohn verlangen?

Laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) ist ein Finder grundsätzlich verpflichtet, jeden Fund unverzüglich der zuständigen Behörde anzuzeigen. Nicht nötig ist das demnach aber, wenn die Sache nicht mehr als 10 Euro wert ist. Der Finder eines Gegenstands kann vom Besitzer einen Finderlohn verlangen.

In der Regel beträgt dieser laut BGB bei einem Wert der gefundenen Sache bis 500 Euro fünf Prozent vom Wert. Ist der Gegenstand mehr als 500 Euro wert, legt das Fundrecht einen Finderlohn von 25 Euro (also fünf Prozent von 500) fest, plus drei Prozent vom über 500 Euro hinausgehenden Betrag.

Können die Kinder die 30.000 Euro behalten?

Fundstücke werden sechs Monate lang aufgehoben, das ist die gesetzliche Frist. Danach stehen sie dem Finder zu, es sei denn, vorher meldet der eigentliche Eigentümer Ansprüche an. Allerdings kann der ursprüngliche Eigentümer unter bestimmten Voraussetzungen auch noch drei Jahre lang die Herausgabe des Stücks fordern.

Erst Mitte November hatten drei junge Leute auf einem Gehweg in Ulm 2700 Euro gefunden und bei der Polizei abgegeben.

Von RND/dpa

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