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Panorama Kanzlerin und Königin bei den „Meistersingern“
Nachrichten Panorama Kanzlerin und Königin bei den „Meistersingern“
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17:44 25.07.2017
Bundeskanzlerin Angela Merkel und die anderen Premierengäste der 106. Bayreuther Festspiele mussten dieses Jahr im Regen über den roten Teppich. Quelle: AP
Bayreuth

Bei Dauerregen und herbstlichen Temperaturen sind am Dienstag die Prominenten zum Auftakt der Bayreuther Festspiele gekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erschien in einem bronzefarbenen Ensemble aus langem Rock und Blazer samt passender Handtasche.

Königin Silvia von Schweden kam in einem langen blauen Kleid. Zuvor waren Politiker wie Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne), Schauspieler wie Harald Krassnitzer („Tatort“) sowie Ex-Skirennläuferin Rosi Mittermaier mit Ehemann Christian Neureuther unter dem Applaus Hunderter Zuschauer zur Festspieleröffnung gekommen. Aufgeführt wird Richard Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ in einer Neuinszenierung unter der Regie von Barrie Kosky.

Hosenanzug, Abendkleid, Zweiteiler – Ein besonderes Augenmerk liegt bei der Eröffnung der Bayreuther Festspiele stets auf der Garderobe der Bundeskanzlerin. Die Outfits aus ihrer Kanzlerschaft im Überblick.

Im Unterschied zu früheren Jahren erscheint der Grüne Hügel in diesem Jahr als skandalfreie Zone. Geht es nach Festspielleiterin Katharina Wagner und Premierendirigent Philippe Jordan, steht der Spaß im Vordergrund. „Wir hatten eine super Probenzeit“, sagte Wagner am Montag. Und Jordan sagte: „Wir haben wahnsinnig viel Spaß - mit einer tollen Besetzung, einem tollen Regisseur, vom Orchester brauche ich gar nicht zu reden, die Musiker kennen und lieben diese Musik.“

Mit den „Meistersingern“ kommt zum Auftakt 2017 Richard Wagners einzige heitere Oper auf die Bühne. Das Stück feierte 1868 in München Premiere. Anders als die anderen späten Wagner-Opern haben die „Meistersinger“ keinen mythologischen Hintergrund. Die Oper wurde jedoch bereits im 19. Jahrhundert politisch von den Deutschnationalen vereinnahmt. Die Nationalsozialisten deuteten das Werk in ihrem Sinn, es wurde bei Reichsparteitagen in Nürnberg aufgeführt.

1956 inszenierte Wieland Wagner eine kritisch-minimalistische Version, was als Distanzierung von der früheren Vereinnahmung verstanden wurde. Dem Wagner-Enkel widmet das Richard-Wagner-Museum bis November eine Sonderausstellung zu dessen 100. Geburtstag.

Neben den „Meistersingern“ stehen in dieser Festspielsaison „Tristan und Isolde“, „Parsifal“ und der vierteilige „Ring des Nibelungen“ auf dem Spielplan. Das kulturelle Großereignis, das auch dieses Jahr von strengen Sicherheitsmaßnahmen begleitet wird, endet am 28. August.

Von RND/dpa