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Panorama „Kannibale von Rotenburg“ will früher freikommen
Nachrichten Panorama „Kannibale von Rotenburg“ will früher freikommen
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13:23 27.11.2017
Der als „Kannibale von Rotenburg» bekannt gewordene Armin Meiwes wurde 2006 verurteilt. Quelle: dpa
Frankfurt/Rotenburg

Der als „Kannibale von Rotenburg“ bekannt gewordene Armin Meiwes will früher aus dem Gefängnis. Der in Kassel einsitzende Verurteilte habe einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Montag. Meiwes verbüßt seit 2006 eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes.

Meiwes hatte 2001 über das Internet einen jungen Mann „zum Schlachten“ gesucht und ihn in einem 43 Jahre alten Berliner Ingenieur gefunden. Der Mann war nach Rotenburg in Osthessen gereist und hatte sich von Meiwes töten lassen. Danach hatte der heute 55-Jährige die Leiche zerlegt und Teile des Körpers, darunter der Penis, gegessen. Auf die Schliche kam ihm die Polizei über das Internet.

Armin Meiwes (rechts) hat sich mit seinem Opfer Bernd Jürgen Brandes „zum Schlachten“ getroffen. Quelle: dpa

Der Fall sorgte auch deshalb für Aufsehen, weil er für die deutsche Justiz Neuland war. Meiwes hatte seine Tat ausführlich auf Video dokumentiert und umfassend gestanden – insofern waren die Ermittlungen schnell am Ende angelangt. Allerdings ist freiwilliger Kannibalismus im deutschen Strafrecht nicht vorgesehen. Die Frage war zu klären, ob es sich in diesem Fall um „Störung der Totenruhe“, „Tötung auf Verlangen“, „Totschlag“ oder „Mord zur Befriedigung des Geschlechtstriebes“ handelte? Das Landgericht Kassel verurteilte Meiwes am 30. Januar 2004 zunächst wegen Totschlags zu achteinhalb Jahren Haft und erklärte, Mordmerkmale lägen nicht vor. Meiwes hätte keine Freude am Töten, nur am Essen.

Jetzt müssen die Gutachter entscheiden

Am 22. April 2005 hob der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe das Urteil wieder auf und stellte fest, dass es mehrere Mordmerkmale zu Unrecht verneint hatte. Im zweiten Prozess vor der 21. Großen Strafkammer des Landgerichts Frankfurt beantragte die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft wegen Mordes in Tateinheit mit Störung der Totenruhe. Die Verteidigung plädierte auf eine Verurteilung wegen Tötung auf Verlangen beziehungsweise eine befristete Freiheitsstrafe.

Über Meiwes Antrag werde die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Kassel entscheiden, erklärte die Staatsanwaltschaft. Zunächst werde ein Sachverständigen-Gutachten zur Frage einer günstigen Sozialprognose eingeholt. Wann eine Entscheidung über eine vorzeitige Entlassung falle, sei noch nicht absehbar.

Von dpa/RND/hma

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