Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Panorama Jedes siebte Kind weltweit atmet giftige Luft ein
Nachrichten Panorama Jedes siebte Kind weltweit atmet giftige Luft ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:47 31.10.2016
Mit Sauerstoffmasken gegen dicke Luft: Diese indischen Schulkinder werden schon früh für das Thema Luftverschmutzung sensibilisiert. Quelle: dpa
Anzeige
New York

Das Kinderhilfswerk Unicef schlägt Alarm: 300 Millionen Kinder weltweit füllen ihre kleinen Lungen mit extrem giftiger Luft. Konkret ist jedes siebte Kind einer Luftverschmutzung ausgesetzt, die das Sechsfache oder mehr des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gesetzten Richtwerts überschreitet.

Unicef veröffentlichte die auf Satellitendaten basierende Studie am Montag in New York. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass Kinder in Südasien, im Mittleren Osten und in Afrika sowie in der ostasiatischen und der Pazifik-Region am stärksten gefährdet sind. Zu den am schlimmsten luftverseuchten Städten der Welt gehören demnach Onitsha (Nigeria), Zabol in Iran, das indische Gwallor, Saudiarabiens Hauptstadt Riad sowie Peschawar im Nordwesten von Pakistan. Europa und Nordamerika sind auf der Liste nicht zu finden.

Dicke Luft: Kinder in Bangladesch haben besonders mit der Luftverschmutzung zu kämpfen. Schwere Atemwegserkrankungen sind die Folge. Quelle: dpa

Entwicklung der Lungen beeinträchtigt

Der Bericht erscheint eine Woche vor Beginn der Klimakonferenz COP 22 in Marrakesch (Marokko). Er appelliert an deren Teilnehmer, dem Gesundheitsrisiko für Kinder durch toxische Stoffe in der Luft mehr Beachtung zu schenken und die Belastung in ihren Ländern dringend abzubauen. 

Unicef-Direktor Anthony Lake warnt im Vorwort des Berichts „Saubere Luft für Kinder“: „Luftverschmutzung trägt entscheidend zum Tod von jährlich etwa 600 000 Kindern unter fünf Jahren bei. (...) Die Schadstoffe attackieren nicht nur die noch unfertigen Lungen der Kleinen, sie können auch die Entwicklung des kindlichen Gehirns auf Dauer beeinträchtigen.“  

Auch offene Feuerstellen, vor allem in Innenräumen, tragen zur Belastung der Lunge bei. Knapp 10 Prozent aller Todesfälle unter Kindern gehen auf Atemwegserkrangungen zurück. Quelle: dpa

Luftverschmutzung für zehn Prozent der Todesfälle verantwortlich

Laut Unicef sind insgesamt zwei Milliarden junge Menschen weltweit einer Luft ausgesetzt, die nach den WHO-Richtlinien als verschmutzt gilt, allerdings nur 300 000 unter den schlimmsten Bedingungen. Als Ursachen führt der Bericht Fahrzeugabgase, Fabrikemissionen, Müllverbrennung und Staub auf. Außerdem geht er auf die Belastung in Innenräumen durch offene Feuerstellen zum Kochen und Heizen vor allem in ländlichen Gebieten ein. 

Lungenentzündungen und andere Erkrankungen der Atemwege seien in vielen Fällen nachweislich auf eine hohe Schadstoffbelastung der Innen- und Außenluft zurückzuführen, warnt Unicef. Sie hätten einen Anteil von fast zehn Prozent an den Todesfällen von Kindern unter fünf Jahren. 

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Panorama Italien nach dem Erdbeben - Menschen verlassen Katastrophen-Region

Sie haben alles verloren oder leben in ständiger Angst. Die Menschen in Italiens Erdbebenregion sind verzweifelt. Wo sollen sie hin? Die Regierung berät über schnelle Hilfe.

31.10.2016
Panorama Milchpreise, Postbank-Girokonto, KFZ-Versicherung - Das ändert sich zum 1. November

Die Postbank schafft ihr kostenloses Girokonto ab, und die Milchpreise sollen im November um mindestens zehn Cent steigen. Was Sie im Supermarkt mehr ausgeben, können Sie möglicherweise bei Ihrer KFZ-Versicherung sparen. Was sich sonst noch ändert, lesen Sie hier.

31.10.2016
Panorama Biss in den Arm beendet Flucht - Polizeihund fasst getürmten Autofahrer

In Rheinland-Pfalz ist ein betrunkener Mann vor der Polizei geflüchtet. Den Beamten entkam er – aber nicht dem Diensthund der Einsatzkräfte. Das Tier beendete die Flucht mit einem Biss in den Oberarm des 28-Jährigen.

30.10.2016
Anzeige