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Panorama Jeder zehnte Pilot zeigt Anzeichen einer Depression
Nachrichten Panorama Jeder zehnte Pilot zeigt Anzeichen einer Depression
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12:19 15.12.2016
Jeder zehnte Pilot zeigt Anzeichen einer Depression. Quelle: dpa
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Boston

150 Menschen sind gestorben, als Andreas L. im März 2015 die Germanwings-Maschine in den Alpen zerschellen ließ. Den Piloten plagten schwere Depressionen. Er sah keine andere Möglichkeit, als sich das Leben zu nehmen. Als der Kapitän das Cockpit verließ, verriegelte L. die Tür. In Deutschland hat diese Katastrophe eine hitzige Debatte über Depressionen unter Piloten ausgelöst.

Eine neue Studie zeigt nun: Dieses Krankheitsbild kommt im Cockpit sehr häufig vor. Hunderte Piloten weltweit könnten einer neuen Studie zufolge an Depressionen leiden – aber aus Angst vor Problemen im Job keine Hilfe suchen. Bei mehr als jedem zehnten Piloten, der an einer anonymen Online-Studie der Elite-Universität Harvard teilnahm, seien Anzeichen für eine Depression erkennbar, berichteten die Forscher. Ihre Studie veröffentlichten sie im Fachjournal „Environmental Health“.

„Es gibt einen Schleicher der Verschwiegenheit“

„Wir haben herausgefunden, dass viele Piloten, die derzeit fliegen, mit depressiven Symptomen kämpfen, und es könnte sein, dass sie keine Hilfe suchen, weil sie Angst vor negativen Auswirkungen auf ihre Karriere haben“, sagte der Hauptautor der Studie, Assistenzprofessor Joseph Allen. „Es gibt einen Schleier der Verschwiegenheit um psychische Probleme im Cockpit.“ Wegen des Stigmas um das Thema sei die Forschung nicht einfach.

Rettungskräfte bergen Teile der Germanwingsmaschine, die Andreas L. im März 2015 in den Alpen bewusst zum Absturz brachte. Quelle: dpa

An der anonymen Online-Studie nahmen 3500 Piloten aus mehr als 50 Ländern teil, rund die Hälfte davon beantwortete auch die Fragen zu ihrer psychischen Verfassung. Davon zeigten 12,6 Prozent Zeichen von Depression, rund vier Prozent berichteten von Selbsttötungsgedanken innerhalb der vergangenen zwei Wochen – besonders diejenigen, die hohe Dosen von Schlafmitteln nahmen, oder sexuell oder verbal belästigt worden waren.

350 Millionen Menschen leiden weltweit an Depressionen

Weltweit leiden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO rund 350 Millionen Menschen an Depressionen. In Deutschland sind es nach Angaben der Stiftung Deutsche Depressionshilfe rund fünf Prozent der Menschen zwischen 18 und 65, in den USA rund sieben Prozent.

Von RND/dpa

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