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Panorama „Ich will mehr für Hannelore da sein“
Nachrichten Panorama „Ich will mehr für Hannelore da sein“
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21:00 23.11.2018
Heino feiert am 13. Dezember 2018 seinen 80. Quelle: Michael Wigglesworth/dpa
Hannover

Wann hat Sie zuletzt jemand mit Ihrem richtigen Namen Heinz Georg Kramm angesprochen?

Das weiß ich gar nicht mehr, es muss schon sehr lange her sein. Heino, das hat sich so eingebürgert.

Bald werden Sie 80 und wollen Ihre Karriere beenden. Einen Plan, den Sie schon vor zehn Jahren hatten.

Ja, das war, als Hannelore einen Herzinfarkt hatte. Da wollte ich mich um sie kümmern. Doch als es ihr jeden Tag besser ging, wusste ich nicht, was ich mit mir anfangen sollte. Da meinte Hannelore, das Beste sei, wenn ich wieder auf die Bühne gehe.

Doch diesmal haben Sie ja schon mit dem Titel Ihrer CD – „Heino und Tschüss – das letzte Album“ – ein Statement gesetzt. Wollen Sie sich tatsächlich zur Ruhe setzen?

Na ja, ich habe die feste Absicht. Mit 80 kann ich mir das schon einmal gönnen. Ich habe noch vier neue CDs, mache noch eine zwölftägige Tournee und dann mal sehen, wie ich mich fühle.

Was machen Sie in Ihrem Ruhestand?

Ich will mehr für Hannelore da sein. Ich hoffe, wir haben noch viele schöne Abende zusammen. Und außerdem möchte ich mich etwas um meinen Enkel Sebastian kümmern. Er hat sein Medizinstudium abgebrochen und will jetzt Musik machen. Dabei unterstütze ich ihn, er wird sogar mit bei meiner Abschiedstournee dabei sein.

Mit Ihrem Sohn Uwe hatten Sie längere Zeit keinen Kontakt. Auch er wollte Musiker werden – warum wurde daraus nichts?

Um in der Musikbranche bestehen zu können, muss man viel üben, hart arbeiten und auch einmal die Presse zu sich einladen. Sonst ist in diesem Job nichts zu machen. Uwe hatte durchaus Talent, aber all das wollte er nicht. Heute arbeitet er in einem Supermarkt, wir verstehen uns wieder besser.

Sie wurden in Ihrer Karriere oft kritisiert. Wie gehen Sie damit um?

Ich kann stolz auf meine Karriere sein. Einige Leute dachten, weil ich in den 1970er-Jahren Schäferhunde gezüchtet habe und Volkslieder singe, mich in eine bestimmte Ecke stellen zu müssen. Ich sage nur, wer Böses denkt, ist auch böse. Ich habe Volkslieder immer gern gesungen, habe das Liedgut hochgehalten, sonst wäre es doch in Vergessenheit geraten. Es hat sich ja kein anderer darum bemüht.

Und wie finden Sie es, so oft von anderen parodiert zu werden?

Das nehme ich keinem übel. Im Gegenteil. Es wäre doch traurig, wenn Otto seine Gags über Tony Marshall und nicht über mich gemacht hätte. Sogar Peter Alexander hat mich bei jeder seiner Tourneen regelmäßig erwähnt, und selbst David Copperfield hat mich parodiert – da kann man doch stolz sein. Wer so etwas nicht vertragen kann, ist falsch in diesem Beruf.

Mit Hannelore Kramm sind Sie seit knapp vier Jahrzehnten nahezu unzertrennlich. Wie funktioniert das?

Sehr gut. Wir kriegen uns nie in die Haare. Sie ist immer an meiner Seite, höchstens fünf Tage im Jahr sind wir getrennt. Hannelore kümmert sich um meinen Job, sucht aus, was ich anziehe.

Für Sie hat Hannelore Ihre eigene Karriere aufgegeben.

Ja, als wir geheiratet haben, war klar, dass sie mich begleiten wird. Das hätte Hannelore nicht gekonnt, wenn sie ihren Job behalten hätte. Einer muss immer zurückstecken – und zwar derjenige, der weniger Erfolg hat.

Mit wem würden Sie gern noch einmal singen?

Da gibt es eigentlich niemanden mehr. Ich bin ein Solist.

Von Heike Manssen/RND

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