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Panorama Nach Erdbeben und Tsunami: Vulkan auf Sulawesi bricht aus
Nachrichten Panorama Nach Erdbeben und Tsunami: Vulkan auf Sulawesi bricht aus
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11:35 03.10.2018
Polizisten suchen nach dem Erdbeben in den Trümmern von Häusern nach Überlebenden. Quelle: Tatan Syuflana/AP
Palu

Auf der indonesischen Insel Sulawesi ist nach der Tsunami-Katastrophe ein Vulkan ausgebrochen. Der knapp 1800 Meter hohe Vulkan Soputan schleuderte am Mittwoch Asche bis zu vier Kilometer in die Höhe. Nach Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde gab es zunächst keine Informationen über größere Schäden. Die Suche nach Überlebenden der Tsunami-Katastrophe wird unterdessen immer verzweifelter.

Nach der offiziellen Zwischenbilanz vom Mittwoch kamen bei der Serie von Erdbeben und der folgenden Flutwelle auf Indonesiens viertgrößter Insel am vergangenen Freitag mindestens 1400 Menschen ums Leben. Mehr als 2500 Menschen wurden auf der Insel Sulawesi schwer verletzt und müssen deshalb im Krankenhaus behandelt werden. Mindestens 113 Menschen sind offiziell vermisst gemeldet, teilte die nationale Katastrophenschutzbehörde mit.

Unter den Trümmern von Häusern und im Schlamm werden noch viele weitere Leichen vermutet. Befürchtet wird, dass die Zahl der Todesopfer in die Tausende geht.

Auf der indonesischen Insel Suwalesi sind hunderte Menschen infolge eines schweren Erdbebens und eines Tsunamis ums Leben gekommen. Viele Häuser wurden zerstört.

Bis das ganze Ausmaß der Katastrophe klar ist, wird es aber wahrscheinlich noch Tage dauern. Der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Nugroho, berichtete von mehr als 800 Verletzten. Mehr als hundert Menschen werden offiziell vermisst. Mehr als 60.000 haben ihre Häuser verloren. Die Lage auf der Insel wird derweil immer chaotischer. Die Vereinten Nationen schätzen, dass mehr als 190.000 Menschen auf Hilfe angewiesen sind.

In der Stadt Palu konnten die Helfer einen Überlebenden aus den Trümmern eines eingestürzten Hauses ziehen. Der Mann namens Sapri Nusin wurde am Montagabend aus der Ruine eines Regierungsgebäudes gerettet, wo er seit Freitagabend verschüttet war. Die Behörden veröffentlichten am Dienstag ein Video, das die Rettung zeigt. Darauf ist zu sehen, wie Nusin von einem Helfer gefragt wird: „Kannst Du gehen?“ Die Antwort: „Ja, aber ich bin sehr durstig.“ Anschließend wurde er zu einem Krankenwagen gebracht.

Bei den Überlebenden wachsen Verzweiflung und Zorn, weil es an den wichtigsten Dingen wie Strom, Wasser, Nahrung und Treibstoff fehlt. In der besonders schlimm betroffenen Stadt Palu kam es zu Plünderungen. Nach Polizeiangaben wurden 45 Menschen festgenommen. Sie hatten versucht, in Einkaufszentren unter anderem Flachbildfernseher, Schuhe, Kleidung und einen Geldautomaten zu stehlen.

Feldlazarette auf dem Flughafen von Suwalesi

Unterdessen flog das indonesische Militär vom Flughafen Palu aus mit Hercules-Transportmaschinen Verletzte aus. Die Menschen wurden in die Provinzhauptstadt Makassar gebracht, wo sie in Krankenhäusern besser versorgt werden können. Ein Militärsprecher sagte: „Sie müssen behandelt werden. Das geht in Palu nicht, weil es immer noch keinen Strom gibt.“ Am Flughafen der 350.000-Einwohner-Stadt wurden auch Feldlazarette aufgestellt.

Der Vulkan Soputan liegt im Nordosten von Sulawesi, mehrere Hundert Kilometer vom Gebiet der Tsunami-Katastrophe entfernt. In den vergangenen Jahren war er immer wieder ausgebrochen. Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Dort kommt es immer wieder zu Erdbeben. Auch Vulkanausbrüche sind keine Seltenheit. Der Inselstaat hat so viele aktive Vulkane wie kein anderes Land der Welt.

Von RND/dpa