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Panorama In Flandern wird 30 Tage lang nicht gemeckert
Nachrichten Panorama In Flandern wird 30 Tage lang nicht gemeckert
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22:34 18.01.2018
In Flandern soll 30 Tage lang weniger gemeckert werden. Quelle: dpa
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Brüssel

Eigentlich sind Belgiens flämische Landeskinder ganz normale Zeitgenossen. Man begrüßt sich mit „Wie geht’s?“ Und bekommt zur Antwort: „Muss ja.“ Gerne gestalten sie den Gesprächsbeginn auch erst einmal mit dem aktuellen Verkehrsbericht, bei dem es vorrangig darum geht, festzustellen, wer nun am längsten im Stau gestanden hat, um anschließend gemeinsam über die unfähige Regierung, die dummen Politiker und so weiter herzuziehen. Doch seit Anfang dieser Woche ist das alles ganz anders. Denn in Flandern wird nicht mehr gemeckert. Na gut: etwas weniger.

Der Grund: Nach den beiden Aktionen „30 Tage ohne Alkohol“ und „30 Tage ohne Fleisch“ startete am Montag die Kampagne „30 Tage ohne Meckern“. Initiatorin ist die Managerin Isabelle Gonnissen, die den flämischen Gesundheitsminister Jo Vandeurzen für das Projekt gewann. Auslöser der Idee war eine Fernreise Gonnissens, die in der Chefetage des Chemieriesen Solvay arbeitet. Sie kam zurück und ihr fiel auf, das „bei uns ständig nur gemeckert und geklagt wird“. Stimmt.

Meckern ist wie Passivrauchen

Nun geht es beim Meckern ja nicht nur um die miese Stimmung, die dadurch verbreitet wird – übrigens ein gerne genutzter Anlass für weiteres Schimpfen, Beschweren und Motzen. Denn die Initiatoren bauten ihre Kampagne auch auf medizinischen Erkenntnissen auf. So stellten sie eine Studie des französischen Magazins „L’Obs“ an den Anfang. Der zufolge wird beim Meckern nämlich das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet. Und das ist gar nicht gut für das menschliche Wohlbefinden, weil es das Risiko für Herzinfarkt, Diabetes und Übergewicht erhöht. Denn wer ständig motzt, gilt nicht selten als Frust-Esser oder glaubt fest daran, dass Schokolade glücklich macht. Womit er in Belgien gut aufgehoben ist. Andere Mediziner beschreiben sogar Effekte wie beim Passivrauchen: Der typische Klagende infiziert seine Umgebung mit schlechter Laune und sorgt so für zurückgehende Produktivität und weiterem Motzen über das Leben, die Welt an sich und ganz sicher auch über das Wetter.

Die Flamen versuchen es also mal mit sonnigem Gemüt und strahlenden Gesichtern. Noch stehen Stichproben in den überfülltem Straßenbahnen am Morgen oder dem stehenden Verkehr auf dem Autobahn-Ring um Antwerpen aus. Aber ein Versuch ist die Kampagne sicher wert. Da gibt es nichts zu meckern.

Von Detlef Drewes/RND

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