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16:19 22.09.2017
Kupferblond und schön natürlich: Herbsthaar, gesehen bei einer Besucherin der Fashion Week in Paris. Quelle: dpa
München

Die Tage der von Sonne und Wind getrockneten Sommerfrisuren sind gezählt. Der Herbst ist fast da und mit ihm halten auf trendbewussten Köpfen neue Pony-Versionen, Rotschattierungen und mondäner Haarschmuck Einzug. Natürlich wird auch im Herbst alles betont lässig. Moderne Großstadtfrauen signalisieren: Immer schön locker bleiben – auch, wenn bald der Winter kommt.

Ponys die Stirn bieten

„Nichts verändert einen Menschen so schnell wie ein Pony!“, weiß Julia Hannappel, kreative Leiterin des Friseursalons Pony Club in München. „Gerade Frauen mit langen Haaren, die nicht allzu viel geschnitten haben wollen, aber trotzdem einen neuen Look bevorzugen, verändern mit einem Pony gleich ihren Typ.“ Für jede Gesichtsform gibt es den passenden Schnitt: Bei sehr weichen Zügen empfiehlt Julia Hannappel grafische Ponys –im Cleopatra-Look oder an die Fifties und Sixties angelehnt. Ein grafischer Pony ist vieles, aber auf keinen Fall niedlich und schafft so einen tollen Kontrast zum Mädchenhaften.

Weniger akkurat, vielmehr gewollt verschnitten ist der nächste Trend für diesen Herbst: Man erinnere sich an Kindergartenzeiten, eine Bastelschere und ein paar zackige Fransen, die liebevoll aus dem Pony der besten Freundin rausgesäbelt wurden. Was im Kindergarten bis heute für Tränen sorgt, bringt modisch mutige Erwachsene zum Strahlen. Ein Look, der in Städten wie London oder Berlin für Furore sorgt. Ponys gezackt oder schief – aber bitte gekonnt vom Fachmann.

Der mehrlagige Pony ist dagegen lückenlos und akkurat. Vergleichbar mit dem Zwiebellook ist die erste Lage kurz, die nächste fällt länger darüber. Verschiedene Längen werden so geschnitten, dass immer wieder eine andere Schicht hervorguckt. Lädt zum Fingerspiel ein und wirkt sehr dynamisch.

Alles auf Rot setzen

Was der Herbst in der Natur an Farbenpracht hervorbringt, wirkt sich in dieser Saison auch auf die Haare aus. Kupfertöne, Bordeaux-Nuancierungen und Rotschattierungen sind angesagt. Auch im sogenannten Balayage-Look. Durch dessen zarte Highlights, die ins Haar gepinselt werden und nur wenig heller sind als die Ausgangsfarbe, wirkt der Look sehr natürlich.

Hell sind nur die Spitzen: Balayage-Technik (Model rechts im Bild). Quelle: NurPhotoNurPhoto

Reine Zopfsache

Ihr Image als coole Kampfsportzöpfe haben sie abgelegt: Boxer Braids gibt‘s mittlerweile in unterschiedlichen Varianten. Vor allem die Anzahl der ganz eng auf der Kopfhaut geflochtenen Zöpfe ist individuell. Wer Boxer Braids light bevorzugt, dem rät Julia Hannappel zum Beispiel zu nur einer Flechtpartie auf dem M ittelscheitel. Die restlichen Haare werden offen getragen. Das ist die sehr softe und weibliche Form. Taffere lassen sich die Haare komplett in Bahnen über den ganzen Kopf flechten. „Ein Look, der nicht schmeichelt oder weicher macht“, räum die Stylistin ein, „aber ein schönes Gesicht sieht mit Boxer Braids wahnsinnig interessant und klar aus!“

Sich mit Bob zeigen

Was früher schlicht als Übergangsfrisur bezeichnet wurde, ist jetzt absoluter Fashionista-Liebling: der schulterlange Bob. Dabei werden die Haare nach vorne hin länger und reichen fast bis zum Schlüsselbein. Das ist ideal für glatte Haare und in gestufter Form sehr unkompliziert mit dem Lockenstab zu stylen. Schön unperfekt wird’s mit einer Hochsteckfrisur oder einem Dutt, wenn einzelne Strähnen seitlich herausfallen.

Auch als kürzere Version ist der Bob in. In welliger Ausführung etwa - so, als hätte gerade ein leichter Herbstwind die Haare zerzaust.

Länger als früher, und auch nicht so ordentlich: der neue Bob. Quelle: dpa

Mit Samt anbändeln

Samt ist der Stoff, aus dem die diesjährigen Herbst- und Winterträume sind. Auch fürs Haar gibt es den märchenhaften Stoff: Haarbänder aus Samt sorgen für romantische Verspieltheit. Entweder in schlichter Ausführung oder üppig mit Perlen oder mit metallischen Details besetzt. Gebrochen wird der Prinzessinnenlook mit übergroßen Pullis oder rustikalen Blazern aus der urbanen Welt.

Fast wie ein Helm

„Ein Trend, der weniger auf Schönheit ausgelegt ist, sondern auf einen extremen Look sind Bowl Cuts“, sagt Julia Hannappel. In der Tat ist der „Topfschnitt“ eher etwas für mutige Modebewusste. Straight geschnitten, strahlen Bowl Cuts eine Power aus wie kaum ein anderer Look und sorgten auf den Herbst- und Winterschauen 2017 für reichlich Aufsehen.

Klare Kante: der Bowl Cut. Quelle: GETTY IMAGES

Von Andrea Mayer-Halm / RND

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