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Panorama „Ich verlor alle Freunde“
Nachrichten Panorama „Ich verlor alle Freunde“
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20:09 22.05.2017
„Diese Zeit ist ein Geschenk für mich“: Linda Gray wird im September 77 Jahre alt. Quelle: WireImage
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Los Angeles

Die 76-Jährige Linda Gray hat in ihrem Buch „Sue Ellen und ich“ Bilanz eines bewegten Lebens gezogen:

Bevor wir zu dem vielleicht bestimmendsten Kapitel, der desolaten Ehe, kommen, eine Frage zu Ihrer Mutter. Ist es Ihnen schwergefallen zuzugeben, dass Sie Ihre Mutter verabscheut haben?

Es war nicht einfach, dieses Wort zu wählen. Meine Schwester Betty und ich flehten unseren Vater an, sich scheiden zu lassen. Aber wir waren Katholiken. Da wurde nicht geschieden. Sie war eine Tänzerin, sie war eine Modezeichnerin. Sie wurde Mutter und gab all ihre Träume auf. Ich glaube, sie fing deshalb an zu trinken.

Wer hat sich um die Kinder gekümmert?

Ich habe die Mutterrolle in einem sehr jungen Alter übernommen. Meine Schwester und ich standen in der Küche und ich sagte, was wir kochen sollten. Aber da war sie ja erst fünf Jahre alt.

Hat die Erfahrung mit einer alkoholkranken Mutter Ihnen geholfen, in die Rolle der Sue Ellen zu schlüpfen?

Ehrlich gesagt, nein. Die beiden hat so gut wie nichts verbunden. Ich spielte eine sehr reiche und sehr unglücklich verheiratete Frau aus Dallas.

Sie sind sehr offen in der Beschreibung Ihrer 22-jährigen Ehe. Ihr Mann Ed Thrasher hört sich schlicht wie ein Despot an. War er das?

Ja, aber es ist das erste Mal, dass ich dieses Wort im Zusammenhang mit ihm höre. In unserem Haus kam ich mir wie das Dienstmädchen vor. Jeden Morgen hing ein gelber Zettel am Kühlschrank. Eine To-do-Liste für Linda: Bügel meine Hemden, wasch das Auto, bring den Hund zum Tierarzt, streich die Veranda, fütter die Hühner. Später, als ich schon in „Dallas” spielte und gut verdiente, kamen ihm Ideen, wie zwei Büros ans Gästehaus zu bauen – Assistenten für sich und für mich anzuheuern. Er wollte sich aus dem täglichen Berufsleben zurückziehen.

Sie haben es trotzdem lange in der Ehe ausgehalten. Warum?

Da waren zum einen die Kinder. Ich hatte mich mit meinem Schicksal inzwischen auch abgefunden. Als ich dann endlich das Wort Scheidung aussprach, sagte mein Mann nur: „Tue, was du tun musst.“ Ich zog nach Malibu. Meine Kinder waren sauer auf mich. Nach der Scheidung zog ich zurück auf unsere Ranch, auf der ich heute noch wohne.

Was passierte nach der Scheidung ?

Ich verlor alle Freunde. Sie schlugen sich auf die Seite von Ed, kümmerten sich um ihn. Niemand lud mich mehr ein. Ich war erfolgreich, attraktiv und Single. Da wollten andere Frauen mich nicht um ihren fetten, alten Ehemann herum haben.

Sie waren bereits eng mit Larry Hagman und seiner Frau Maj befreundet. Nach der Scheidung kümmerten sich beide rührend um Sie.

Sie wurden mein Hafen im Sturm. Sie hatten keine Ahnung, dass ich Ed verlassen hatte. Niemand wusste davon. Ich habe alles für mich behalten, dachte, das geht niemand was an. Ich war zerbrechlich. Meine Kinder machten mich dafür verantwortlich, dass ich die Familie auseinandergerissen hatte.

Wie war das Verhältnis mit Larry?

Wie das eines älteren Bruders zu seiner kleinen Schwester. Jahrelang begutachtete Larry jeden Mann, der mein Leben kreuzte. Keiner war ihm gut genug für mich. An jedem hatte er etwas auszusetzen. Es war zum Totlachen.

Maj Hagman ist im vergangenen Jahr an Alzheimer gestorben. Es war ein langer Abschied.

Larry mich täglich angerufen und gefragt: „Was soll ich tun? Sie fragt mich immer wieder das Gleiche.“ Ich habe ihm gesagt: „Du bist ein Schauspieler und wiederholst alles. Es ist wie Takes beim Dreh.“ Es hat ihn verrückt gemacht. Es war an mir ihm zu sagen: „Auf keinen Fall darfst du böse auf sie sein. Wenn es dir zu viel wird, geh aus dem Zimmer.“ Larry war kein geduldiger Mensch.

Sie werden 77 Jahre alt, was steht für Sie in Zukunft auf dem Programm?

Ich weiß es nicht. Ich sehe diese Zeit als ein Geschenk für mich.

Wen vermissen Sie am meisten?

Larry und Dugie.

Wer ist Dugie?

Eine Katze, die mir zugelaufen und ans Herz gewachsen war. Ich nahm sie immer mit zu den „Dallas“-Dreharbeiten.

Die unglückliche Ehefrau

Linda Gray ist eine echte Kalifornierin. Sie wurde am 12. September 1940 in Santa Monica geboren. Ihre bekannteste Rolle war die der Sue Ellen Ewing in der Serie „Dallas“.

Sue Ellen war die unglückliche und alkoholkranke Frau von Serien-Bösewicht J. R. Ewing. Privat war sie allerdings mit dem Schauspieler Larry Hagman eng befreundet. Von 1978 bis 1991 spielte Linda Gray die Gattin des Ölbarons. Und auch später, in der Fortsetzung, mimte sie weiterhin Sue Ellen.

21 Jahre war die Schauspielerin mit dem bekannten US-Fotografen und Grafiker Ed Thrasher verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder und ließ sich 1983 scheiden.

Gray ist Miteignerin einer Produktionsfirma. 1990 hatte sie gemeinsam mit Larry Hagman eine Gastrolle in der RTL-Serie „Ein Schloss am Wörthersee“.

Von Karen Martin/RND

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