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Panorama Heftige Unwetter treffen Niedersachsen und Hessen
Nachrichten Panorama Heftige Unwetter treffen Niedersachsen und Hessen
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07:10 14.05.2018
Ein heftiges Unwetter hat für eine Sperrung der Bahnstrecke zwischen Osnabrück und Oldenburg gesorgt. Quelle: dpa
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Fulda/Osnabrück

 Ein heftiges Unwetter hat in Osnabrück am Sonntag zahlreiche Keller voll Wasser laufen lassen und einige Straßen in Stadt und im Landkreis überflutet. Innerhalb von zwei Stunden habe die Feuerwehr mit 70 Einsätzen zu tun gehabt, sagte ein Sprecher. Aufgrund von Blitzeinschlägen seien am späten Nachmittag zwei Feldflächen in Brand geraten. Die Osnabrücker Maiwoche wurde am Abend aus Sicherheitsgründen beendet, berichtet die „Hannoversche Allgemeine“.

Bahnstrecke und Autobahn gesperrt

Während des Unwetters stürzten bei Bersenbrück mehrere Bäume auf die Bahnstrecke Osnabrück-Oldenburg. Nach Angaben der Nord-West-Bahn musste die Strecke für gut zwei Stunden gesperrt werden, Fahrgäste wurden mit Bussen transportiert. Seit etwa 20 Uhr ist die Strecke wieder frei.

Auswirkungen hatte das Unwetter auch auf den Straßenverkehr. Die Autobahn 30 wurde am späten Nachmittag bei Osnabrück in beiden Richtungen gesperrt, weil massiver Starkregen die Fahrbahn unter Wasser gesetzt hatte. Richtung Hannover war die Sperrung gegen 22.30 Uhr wieder aufgehoben.

Wir sind an 100 Einsatzstellen im Stadtgebiet tätig...

Gepostet von Feuerwehr Osnabrück am Sonntag, 13. Mai 2018

Es wird besser, aber noch sind 100 Einsatzkräfte unterwegs.

Gepostet von Feuerwehr Osnabrück am Sonntag, 13. Mai 2018

Das Seaside Festival in Aurich wurde wegen des Unwetters vorzeitig beendet. Das Konzert von Otto Waalkes, das der Abschluss des dreitägigen Festivals hätte sein sollen, fiel aus. Das Gelände sei geräumt worden, die 5000 Besucher hätten es binnen einer Stunde verlassen, teilte eine Polizeisprecherin am Abend mit. Das Areal habe unter Wasser gestanden.

Otto Waalkes, der sich schon auf dem Gelände befand, twitterte: „Live is live und Open Air is Open Air... Aurich ist heut leider doch zu nah am Wasser gebaut... Konzert wird verschoben, ich sag Bescheeeeeid!“

Live is live und Open Air is Open Air... Aurich ist heut leider doch zu nah am Wasser gebaut... Blitz und Donner... Konzert wird verschoben, ich sag Bescheeeeeid!

Gepostet von Otto Waalkes am Sonntag, 13. Mai 2018

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte seit Sonntagmorgen vor Gewittern, Sturmböen und heftigem Starkregen in Teilen Deutschlands und Niedersachsens gewarnt.

Auch Nordrhein-Westfalen traf das Gewitter. So war der Flugverkehr am Airport Köln/Bonn beeinträchtigt. Wie die Flughafengesellschaft mitteilte, mussten elf Maschinen aufgrund widriger Wetterverhältnisse an umliegenden Flughäfen landen. Sieben Abflüge und drei Ankünfte wurden gestrichen. Außerdem kam es zu Verspätungen. In einigen Regionen Nordrhein-Westfalens liefen Keller, Unterführungen und Straßen voll.

Auch in Ost- und Mittelhessen gab es kräftige Gewitter. „Von 20.30 bis 22.30 Uhr hatten die Rettungskräfte im Vogelsbergkreis unheimlich viel zu tun“, sagte ein Sprecher der Polizei in Fulda. Straßen standen unter Wasser, Keller liefen voll, Schlamm wälzte sich Abhänge herunter. In Feldatal wurde ein Auto vom Wasser mitgerissen und gegen eine Hauswand geschleudert. Verletzte gab es nicht.

24-Stunden-Rennen am Nürburgring unterbrochen

Erst Starkregen, dann Nebel: Dreieinhalb Stunden vor dem Ende musste am Mittag das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring aus Sicherheitsgründen unterbrochen worden. „Für mich war die rote Flagge absolut die richtige Entscheidung. Die Sicht ist wirklich grauenhaft“, sagte Mercedes-AMG-Pilot Luca Stolz. Er führte zum Zeitpunkt der Unterbrechung in seinem werksunterstützten Mercedes mit 4:25 Minuten Vorsprung auf einen Werks-Porsche.

Nachdem in der Nacht bereits ein Unwetter für chaotische und teils grenzwertige Bedingungen gesorgt hatte, entschloss sich die Rennleitung am Sonntag um 12 Uhr wegen des immer dichter werdenden Nebels für die Renn-Unterbrechung.

Deutscher Wetterdienst warnt erneut vor Unwettern

Zu Beginn der neuen Woche zeigt sich das Wetter so, wie es sich vielerorts am Muttertag präsentierte: mit Regen, Gewittern und der Gefahr von Unwettern. Vor allem in Süddeutschland muss am Montag örtlich erneut mit Hagel, Sturmböen und Starkregen gerechnet werden. In kurzer Zeit können 20 bis 40 Liter Wasser pro Quadratmeter fallen. „Wenn mehrere Gewitter über einem Ort zusammenkommen, können es auch 60 Liter sein“, sagte Meteorologe Sebastian Schappert. Auslöser der Turbulenzen ist sehr feuchte Luft, die sich langsam in südöstliche Richtung bewegt. Das Thermometer zeigt nur noch Werte bis zu 21 Grad.

Norddeutschland kommt der Vorhersage zufolge besser weg. Dort bleibt es sonnig, trocken und mit bis zu 28 Grad weiterhin sommerlich warm. Für Dienstag erwartet der DWD am Alpenrand wieder Schauer und Gewitter, die sich auch im Osten bilden können. Weil die Luft weniger feucht ist als an den Tagen zuvor, wird sich die Unwettergefahr im Süden verringern. Im Westen und Nordwesten überwiegen Sonnenschein und Temperaturen um die 26 Grad.

Von Mittwoch an soll es überall deutlich kühler werden: mit 15 bis 11 Grad würden Mai-typische Werte erreicht, die von Schauern und Gewittern begleitet werden. Diese nehmen zum Donnerstag hin ab, dafür sinken die Temperaturen unter die 20-Grad-Marke.

Von RND/HAZ/dpa

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