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Gewalt gegen Retter: „Wir kriegen das allein nicht in den Griff“

Ärzte appellieren an die Politik Gewalt gegen Retter: „Wir kriegen das allein nicht in den Griff“

Die wiederkehrenden Nachrichten über tätliche Angriffe auf Rettungskräfte, Ärzte und Pfleger schockieren. Nun hat der Präsident der Bundesärztekammer die Politik zum Handeln aufgefordert.

Immer wieder werden Ärzte, Sanitäter, Feuerwehrleute und Polizisten während des Einsatzes angegriffen (Symbolbild).

Quelle: dpa

Düsseldorf/Berlin. Der Vorsitzende der Bundesärztekammer Frank Ulrich Montgomery zeigt sich wegen der zunehmenden Gewalt gegen Mediziner, Pfleger und Sanitäter alarmiert. „Wir erleben derzeit eine totale Verrohung bei einigen Patienten und ihren Angehörigen gegenüber medizinischem Personal“, sagte der Chef der Bundesärztekammer der „Rheinischen Post“. „Das kriegen wir als Ärzteschaft alleine nicht in den Griff.“

Nicht nur bei Rettungseinsätzen auch in Notaufnahmestellen würden sich Menschen wegen der Wartezeiten sehr aggressiv verhalten. In einigen Krankenhäusern gebe es bereits Sicherheitsdienste, um das Personal dort zu schützen. „Die Politik muss dringend einen Kulturwandel befördern, damit man wieder begreift, dass diese Menschen Retter und Helfer sind“, sagte Montgomery.

Eine Studie der Ruhr-Universität Bochum zufolge seien in den vergangenen zwölf Monaten 91 Prozent der befragten Notfallsanitäter bei einem Einsatz Opfer verbaler oder körperlicher Gewalt geworden. Rund 88 Prozent der Feuerwehrleute und 80 Prozent der Notärzte erlebten ebenfalls Angriffe.

Erneute Attacke in Berlin

Der Ärztepräsident verwies darauf, dass die Gewaltbereitschaft auch im Umfeld der Silvester-Feiern deutlich geworden sei. „Da sind Rettungssanitäter und Notärzte angegriffen worden, weil man sie für Repräsentanten der Staatsmacht hält.“ Ähnliche Klagen waren nach Silvester auch wegen der Gewalt gegen Polizisten und Feuerwehrleute laut geworden. In Berlin etwa griffen 20 Jugendliche Polizisten mit Pyrotechnik an.

Erst in der Nacht zum Samstag hat es ebenfalls in Berlin erneut eine Attacke auf Rettungskräfte gegeben. Als zwei Sanitäter im Stadtteil Kreuzberg aus ihrem Rettungswagen stiegen, warf ein 37 Jahre alter Mann zunächst Böller auf sie. Danach soll er versucht haben, auf einen abgestellten Defibrillator zu urinieren. Einem der Helfer spuckte der 37-Jährige ins Gesicht. Die Sanitäter hielten den Angreifer fest und übergaben ihn der Polizei.

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) verurteilte den Angriff. „Unsere Kräfte müssen geschützt werden“, sagte ein Sprecher in Berlin. Die Justiz müsse so ausgestattet werden, dass sie die im vergangenen Jahr verschärften Gesetze zu Angriffen auf Rettungskräfte auch durchsetzen könne. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sprach von einem „unfassbaren Zustand“.

Von RND/dpa

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