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Panorama Geliebte beschreibt Wolfgang W. als liebevoll
Nachrichten Panorama Geliebte beschreibt Wolfgang W. als liebevoll
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11:21 04.04.2017
Das Horror-Haus von Höxter: Hier sollen Angelika und Wolfgang W. mehrere Frauen schwer misshandelt haben. Quelle: dpa
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Paderborn

Im Mordprozess um das sogenannte Horror-Haus von Höxter hat eine 66 Jahre alte Zeugin den Angeklagten als gefühl- und liebevoll beschrieben. Die Witwe hatte 2015 über mehrere Monate im eine Beziehung zu Wilfried W., die beiden trafen sich mehrmals pro Woche ausschließlich in der Wohnung der Frau in Holzminden.

Dabei habe auch Sex eine Rolle gespielt, sagte die Frau am Dienstag vor dem Landgericht Paderborn aus. Trennen wollte sie sich von ihm, wegen seines unsteten Lebenswandels. „Gewalttätig ist er mir gegenüber nie geworden. Nur seine Worte wurden massiv, als ich nicht mehr wollte“, schilderte die Zeugin. Bedroht habe sie sich von ihm nie gefühlt. Die Angeklagte Angelika W. habe sich ihr gegenüber als seine Schwester ausgegeben. Die 48-Jährige habe sie am Telefon mit heftigen Worten beschimpft.

Zwei Frauen sterben nach Misshandlungen

Über Jahre hinweg sollen Wilfried W. (47) und Angelika W. (48) mehrere Frauen in ein Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Die Beiden sind wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt. Zwei Frauen starben infolge der Quälereien. Beide beschuldigen sich gegenseitig, die treibende Kraft gewesen zu sein. Zuletzt bezeichnete Wolfgang W. die Aussagen seiner Ex-Frau als „hochsubjektiv eingefärbte Schilderungen“.

Das Landgericht Paderborn hat im für Dienstag sieben Zeugen geladen. Am 16. Verhandlungstag sollen nach Angaben eines Gerichtssprechers unter anderen der Ehemann des zweites Todesopfers Susanne F. aussagen. Durch deren Tod war der Fall 2016 aufgeflogen. Die Angeklagten wollten die schwer verletzte Frau im April des vergangenen Jahres zurück in ihre Heimat nach Bad Gandersheim in Niedersachsen bringen. Ihr Auto hatte jedoch eine Panne. Susanne F. starb wenig später im Krankenhaus. Ihr Fall löste die Ermittlungen um das Haus in Höxters Stadtteil Bosseborn aus.

Von RND/dpa

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