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Panorama Friedhofsgärtner ermordete fünf Menschen
Nachrichten Panorama Friedhofsgärtner ermordete fünf Menschen
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13:40 28.12.2017
Polizeibeamte einer Hundertschaft durchsuchen am im Juli 1989 den Wald in der Göhrde in Niedersachsen.  Quelle: dpa
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Lüneburg

 Die Ermittler sind sich sicher: Nach fast 30 Jahren sind die beiden mysteriöse Doppelmorde in der Nähe von Lüneburg sind aufgeklärt. Doch der Mann, den sie in Verdacht haben, Ende der 80er Jahre zwei Paare und eine Frau getötet zu haben, kann nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden: Er ist tot.

Trotzdem will die Polizei die Sache nicht zu den Akten legen: Ermittler prüfen bundesweit weitere ungelöste Fälle. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Täter für weitere Morde verantwortlich sei, teilte die Polizeidirektion Lüneburg am Donnerstag mit.

Ursula R. und ihr Ehemann wurden Ende der 80er Jahre tot in der Göhrde gefunden. Quelle: dpa

Mit neuen Methoden der DNA-Analyse habe die Polizei den Verdacht erhärtet, dass ein längst gestorbener Friedhofsgärtner die Morde begangen hat, bestätigte die Staatsanwaltschaft. Wie Staatsanwältin Wiebke Bethke in Lüneburg erklärte, sei in einem der Autos der Opfer eine DNA-Spur gesichert worden, die mit der des Gärtners übereinstimmt. „Das lässt den Schluss zu, dass er mit den Göhrdemorden in Zusammenhang stehen könnte.“ Es habe sich keine erkennbare sonstige Verbindung zwischen den Opfern und dem Gärtner ergeben, über die die DNA-Spur in den Wagen gelangt sein könnte.

Ingrid W. aus Uelzen und Bernd-Michael K. aus Hannover sollen ebenfalls vom Friedhofsgärtner ermordet worden sein. Quelle: dpa

Im niedersächsischen Landstrich Göhrde waren 1989 mitten in der Natur zwei Paare an zwei verschiedenen Tagen ermordet worden. Ein Ehepaar aus Hamburg war zum Picknick in das Gebiet gefahren, ebenfalls mit dem Auto waren eine Frau aus Uelzen und ihr Begleiter aus Hannover gekommen. Verantwortlich soll ein Friedhofsgärtner sein. Außer den Morden an den Paaren lastet die Polizei dem Mann auch den Tod einer 1989 in der Region verschwundenen Unternehmergattin an, deren Leiche erst vor wenigen Monaten entdeckt worden war.

Tatort Göhrde. Quelle: dpa

Diese Frau war im August 1989 in Brietlingen-Moorburg nördlich von Lüneburg verschwunden. Der Friedhofsgärtner, der damals mit ihr bekannt war, soll sie in seine Gewalt gebracht haben. Aufgeklärt wurde der Fall damals nicht.

Der verdächtigte Friedhofsgärtner hat sich zwar bereits 1993 das Leben genommen. Doch auch nach seinem Suizid hatte der Bruder der Frau und ehemalige Leiter des Landeskriminalamts Hamburg nie aufgegeben – er hatte privat weiter ermittelt. Mit Erlaubnis der Eigentümer untersuchte er das Haus, in dem der Gärtner damals gewohnt hatte, und entdeckte dort im September die Knochenreste seiner Schwester.

Polizei geht von Komplizen aus

Die Polizei in Lüneburg will nun eine Clearingstelle einrichten, über die andere Polizeidienststellen einen Zusammenhang anderer Fälle mit den sogenannten Göhrdemorden prüfen lassen können. „Wir schließen erstmal nichts aus“, sagte Polizeisprecher Mathias Fossenberger.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der für die Morde in der Göhrde ermittelte Gärtner bei seinen Taten nicht immer allein gehandelt haben könnte. Dafür spreche unter anderem der Umstand, dass der damals 40 Jahre alte Mann mit seinem eigenen Wagen in das Waldgebiet gefahren sei, es nach dem ersten Doppelmord aber mit dem Auto seiner Opfer verlassen habe. Die Fahnder vermuten, dass ein möglicher Mittäter noch lebt. „Zu einer genauen Person sagen wir aus ermittlungstaktischen Gründen noch nichts.“

Die Fahnder prüfen nun, wo der Gärtner sich damals überall aufgehalten hat. „Es gibt Informationen zu Aufenthaltsorten auch weiter weg“, sagte der Polizeisprecher.

Von RND/dpa/iro

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