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Panorama Französischer Starkoch Robuchon gestorben
Nachrichten Panorama Französischer Starkoch Robuchon gestorben
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15:01 06.08.2018
Der französische Starkoch Joel Robuchon ist gestorben. Quelle: Christian Brun/KEYSTONE/dpa
Paris

Der französische Starkoch Joël Robuchon ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Das bestätigte eine Sprecherin des Kochs am Montag. Der Fernsehsender BFM und die Zeitung „Le Figaro“ berichteten unter Berufung auf sein Umfeld, Robuchon sei am Montag in Genf einem Krebsleiden erlegen.

Robuchon war bekannt für ständige Innovationen und seinen spielerischen Umgang mit der Kochkunst - eine Offenbarung in der oft verkrusteten Welt der gehobenen französischen Küche. Seine Karriere war von Superlativen geprägt: 1976 wurde er in Frankreich zu einem der besten Kunsthandwerker ernannt, 1990 wurde ihm der Titel „Koch des Jahrhunderts“ verliehen, und über Jahre hielt er weltweit die meisten Michelin-Sterne. Robuchon betrieb Gourmet-Restaurants in der gesamten Welt.

Robuchon liebte ausgefallene Gerichte

„Joël Robuchon als Koch zu bezeichnen ist ein bisschen wie Pablo Picasso einen Maler, Luciano Pavarotti einen Sänger, Frédéric Chopin einen Pianisten zu nennen“, schrieb die Köchin und Food-Schriftstellerin Patricia Wells in ihrem Buch „L'Atelier de Joël Robuchon“ über ihren Kollegen und dessen Schüler. „Joël Robuchon wird unzweifelhaft als der Künstler in die Geschichte eingehen, der die Welt der Cuisine des 20. Jahrhunderts am meisten beeinflusst hat.“

Zwar liebte er auch das Ausgefallene - Trüffel und Kaviar zählten zu seinen Lieblingszutaten. Dennoch wurden seine Speisen oft als einfach beschrieben, weil er sich dafür einsetzte, in den meisten Gerichten nur drei oder vier Zutaten zu verwenden. Sein Ziel war stets, deren Geschmack zu betonen, nicht, ihn zu überdecken.

Robuchon bekam über 30 Michelin-Sterne

Mit seinem „Atelier“-Modell (französisch für: Werkstatt) setzte er eine Revolution in Gang: kleine, intime Restaurants, in denen die Gäste an einem Tresen um die Küche herum saßen. Reservierungen waren nicht möglich, und Tische gab es im allgemeinen nicht.

Sein Ziel sei, dass sich die Gäste wohlfühlten und mit dem Koch kommunizieren könnten, sagte er. Vor allem aber wolle er den Fokus zurück aufs Essen richten. Das war zum Teil ein Tadel am Michelin-Regelwerk, das Punkte nicht nur für technische Aspekte vergibt, sondern auch für das Ambiente und den Service.

Wie die meisten anderen schluckte auch der Guide Michelin die Kritik hinunter. Und Robuchon kam mit seinen weltweiten „Ateliers“ von Las Vegas bis Tokio 2016 auf die Rekordzahl von insgesamt 32 Michelin-Sternen. In diesem Jahr waren es noch immer 31, darunter fünf Drei-Sterne-Restaurants.

Von RND/AP