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Panorama Flug-Passagier wurden Zähne ausgeschlagen
Nachrichten Panorama Flug-Passagier wurden Zähne ausgeschlagen
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20:16 13.04.2017
Crystal Pepper, Tochter des United-Opfers David Dao, und der Anwalt Stephen Golan auf einer Pressekonferenz in Washington. Quelle: AP
Washington/Chicago

Der Mann, der in den USA am Wochenende gewaltsam aus einem Flugzeug herausgeworfen wurde, hat sich laut seinem Anwalt bei dem Vorfall ernsthaft verletzt. Der 69-Jährige Arzt Dr. David Dao habe eine Gehirnerschütterung erlitten, sich die Nase gebrochen und zwei Vorderzähne verloren, sagte sein Anwalt Thomas Demetrio auf einer Pressekonferenz in Chicago, bei der auch Daos Tochter Crystal Pepper und ein weiterer Anwalt, Stephen Golan anwesend waren. Dao habe das Krankenhaus mittlerweile verlassen können, müsse sich aber wohl noch einer Folgeoperation unterziehen. Die US-Fluggesellschaft United Airlines entschuldigte sich anschließend erneut.

Nach dem brutalen Vorfall an Bord des United-Fluges 3411 demonstrierten asiatischstämmige Amerikaner an Chicagos Flughafen O’Hare gegen das Vorgehen der Fluggesellschaft. Quelle: AP

Das Unternehmen hatte Dao am 9. April gewaltsam aus der Kabine entfernen lassen, weil das Flugzeug überbucht war. Videos von dem Vorfall zeigten, wie Sicherheitsleute den Mann über den Boden des Kabinengangs zum vorderen Ausgang des Flugzeugs ziehen. Dies hatte weltweit Empörung ausgelöst. United-Vorstandschef Oscar Munoz entschuldigte sich.

David Dao möchte nie wieder fliegen

Der Anwalt erhob schwere Vorwürfe gegen United Airlines und die Branche. Seit längerem schikanierten Fluggesellschaften Passagiere. Er erklärte, er werde wahrscheinlich Klage gegen United einreichen. Klagen dieser Art enden in den USA häufig mit hohen Vergleichssummen. Sein Mandat habe gesagt, er wolle nie wieder fliegen. Der Vorfall sei für ihn schlimmer gewesen, „als das, was er erlebt hat, als er Vietnam verlassen hat“. David Dao war 1975 aus Vietnam auf einem Boot geflüchtet.

Nach dem Vorfall war der Passagier in Medienberichten mit den Worten zitiert worden, er sei ausgewählt worden, weil er Chinese sei. Entsprechende Berichte wurden in China millionenfach geteilt und lösten eine Welle der Empörung aus. Der Anwalt beantragte die Sicherung aller Videos des Vorfalls sowie aller relevanten Dokumente. Dies umfasse auch Cockpit-Aufzeichnungen sowie Personalakten der Mitarbeiter der Luftfahrtbehörde, die den Mann aus dem Flugzeug holten.

Überbuchungen sind in den USA üblich

Die Airline hatte den Flug 3411 von Chicago nach Louisville (Kentucky) überbucht und Passagiere gebeten, die Maschine wieder zu verlassen. Einer der Gründe war, dass eine United-Crew dringend an Bord sollte, weil sie für einen Flug am folgenden Morgen in Louisville eintreffen musste. Die US-Fluggesellschaft wird nun alle Passagiere des Flugs 3411 in Höhe des Preises ihrer Tickets entschädigen. Derlei Überbuchungen sind den USA im Unterschied zu Europa üblich, weil die Airlines sogenannte No-Shows, also Passagiere, die gebucht haben, aber den Flug nicht antreten, bei der Ticketvergabe statistisch mit einrechnen. Der demokratische Senator Chris van Hollen kündigte unterdessen eine Gesetzesinitiative an. Nach seinem Willen soll es Fluggesellschaften künftig verboten werden, Passagiere zwangsweise aus einer überbuchten Maschine zu holen. Die Airlines sollten mögliche Probleme bei überbuchten Fliegern außerdem vor dem Einsteigen der Passagiere ins Flugzeug lösen. Auch eine Online-Petition fordert das Verbot der Überbuchungs-Praxis.

Von RND/dpa/dk