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Panorama Festnahme nach Tod von brennendem Obdachlosen
Nachrichten Panorama Festnahme nach Tod von brennendem Obdachlosen
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20:40 16.11.2016
In Köln war am Wochenende ein Obdachloser grausam gestorben. Die Polizei hat jetzt einen Tatverdächtigen festgenommen. Quelle: dpa
Köln

Im Fall des getöteten Obdachlosen, der brennend in einer Kölner Unterführung gefunden wurde, hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Es handele sich um einen 37-Jährigen, der selbst der Obdachlosenszene zuzurechnen sei, erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch.

Der Mann sei bereits am Sonntag als Zeuge in dem Fall vernommen worden, aber wieder laufen gelassen. „Es gab zu dieser Zeit keinen Anfangsverdacht“, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer zu „Spiegel Online“. Dieser habe sich erst später, nach der Vernehmung weiterer Zeugen, ergeben.

Streit zwischen zwei Männern um eine Frau?

Am Mittwoch wurde der Mann deshalb in der Kölner Innenstadt festgenommen. Ein Richter erließ Haftbefehl wegen Mordes. Über Details zum Ablauf der Tat und zum Motiv des mutmaßlichen Täters machten die Ermittler keine Angaben. Welche Rolle die Freundin des Tatverdächtigen spielt, ist noch unklar. Für die Polizei ist sie im Moment nur eine Zeugin. „Spiegel Online“ zitierte andere Obdachlose, die von einem Streit zwischen den beiden Männern berichteten. Dabei soll es um die Frau gegangen sein.

Das Opfer, ein 29-jähriger Obdachloser, war in der Nacht zum Sonntag nicht weit vom Kölner Hauptbahnhof von Polizisten entdeckt worden. Sein Kleidung brannte. Nachdem die Flammen gelöscht waren, konnte ein Notarzt nur noch den Tod des Mannes feststellen. Wie „Spiegel Online“ berichtet, wurde er vermutlich erstochen und angezündet.

„Trauer und Stille“ unter Obdachlosen

Um den Fall aufzuklären hatten die Ermittler auch ein Foto des Toten veröffentlicht und nach Menschen gesucht, die mit ihm in Kontakt standen. In der Kölner Obdachlosenszene habe er sich noch nicht lange aufgehalten. Ursprünglich stamme der Mann aus Berlin. Daher waren auch in der Hauptstadt Zeugen vernommen worden.

Der Fall hatte große Bestürzung ausgelöst. Der Geschäftsführer der Überlebensstation „Gulliver“ für obdachlose Menschen, Bernd Mombauer, sprach am Montag von „großer Trauer und Stille“, die sich bei Gästen und Mitarbeitern breitgemacht habe. Am Tatort wurden Kerzen aufgestellt.

Von dpa/RND/wer

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