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Panorama Fast nur Bewährungsstrafen für Gruppenvergewaltigung
Nachrichten Panorama Fast nur Bewährungsstrafen für Gruppenvergewaltigung
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17:58 20.10.2016
Nach der Gruppenvergewaltigung einer 14-Jährigen hat das Landgericht Hamburg die fünf Täter zu Haftstrafen verurteilt – fast alle jedoch auf Bewährung. Quelle: dpa
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Hamburg

Als das Urteil am Donnerstag verkündet wird, wird im Zuschauerraum gejubelt. Freunde und Verwandte der Angeklagten freuen sich. Zwar hat das Landgericht Hamburg die fünf jungen Menschen zu Haftstrafen verurteilt – aber fast alle auf Bewährung. Nur der einzige erwachsene Angeklagte, ein 21-Jähriger, soll für vier Jahre ins Gefängnis gehen.

„Die Strafen mögen der Öffentlichkeit milde erscheinen“, sagt der Vorsitzende Richter Georg Halbach bei seiner Begründung der Bewährungsstrafen. Doch die Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren hätten glaubhafte Geständnisse ablegt, sich reumütig gezeigt und hätten gute Sozialprognosen.

Zum Teil sollen sie in Jugendeinrichtungen untergebracht werden oder Therapien machen. Anders der 21-Jährige. Er habe im Prozess immer wieder andere Versionen geliefert und den Geschlechtsverkehr mit der 14-Jährigen als einvernehmlich dargestellt, meint Halbach. Doch das sei gelogen.

Der jüngste Täter ist erst 14 Jahre alt

Als der Richter ausführt, wie die Tat nach Überzeugung des Gerichts ablief, äußert der Angeklagte lautstark seinen Unmut. „Er will sich das nicht länger anhören“, übersetzt die Dolmetscherin des Serben. „Das muss er ertragen“, entgegnet der Richter knapp. Er sieht bei dem Mann ohne festen Wohnsitz erhebliche Fluchtgefahr ins Ausland und setzt den Haftbefehl deshalb nicht aus.

Rückblende: Im Februar steht die 14-Jährige unter der Obhut des Jugendamtes Wandsbek und ist in einer Jugendwohnung untergebracht. Eine Mitbewohnerin schlägt ihr vor, mit zu einer Geburtstagsfeier zu kommen. Der Gastgeber wird 14 Jahre alt – und in dieser Nacht zum Täter. Man unterhält sich, die 14-Jährige trinkt Whiskey. Dann hat sie mit einem 16-Jährigen Sex – laut Gericht noch freiwillig.

Richter: Mädchen wurde wie Müll weggeworfen

Doch der Alkohol habe sie schließlich widerstandsunfähig gemacht. Das habe der 21-Jährige genau erkennen können, als er das Mädchen schließlich vergewaltigte, ist die Jugendstrafkammer überzeugt. Auch einige Gäste missbrauchen das Mädchen. Das filmen mehrere der Täter, auch die 15 Jahre alte Mitbewohnerin des Opfers.

Die 14-Jährige sei zum Objekt degradiert worden, sagt Halbach. Schließlich hätten die Täter sie im Hof weggeworfen wie Müll. „Es hing vom Zufall ab, ob sie gefunden wird.“ Auch hätte die Jugendliche an ihrem Erbrochenen ersticken können.

Opfer ist durch die Tat schwer traumatisiert

Im Krankenhaus hatte das Mädchen nur noch eine Körpertemperatur von 35,4 Grad und einen Blutalkoholwert von 1,9 Promille. Gefährliche Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung waren deshalb weitere Punkte, für die sich einige der Täter in dem Verfahren – das überwiegend unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand – verantworten mussten.

Das Opfer habe sich nach der Tat stark zurückgezogen und nur noch schwer Vertrauen fassen können, berichtet Halbach. Im Prozess habe die 14-Jährige nicht befragt werden können. „Wir wissen nicht, wo sie ist.“

Von dpa/RND/wer

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