Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Panorama Familie von getötetem Mohamed will Schmerzensgeld
Nachrichten Panorama Familie von getötetem Mohamed will Schmerzensgeld
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:57 27.06.2016
Der mutmaßliche Mörder von Elias und Mohamed versteckt im Landgericht in Potsdam sein Gesicht. Quelle: Bernd Settnik
Potsdam

Die Familie des getöteten Flüchtlingsjungen Mohamed will, dass sein mutmaßlicher Mörder ein Schmerzensgeld für die Leiden des Vierjährigen in den letzten Lebensminuten zahlen muss.

Als Erbin des Kindes solle seine Mutter mindestens 50 000 Euro von Silvio S. erhalten, sagte Nebenklage-Anwalt Andreas Schulz am Rande des Prozesses am Landgericht Potsdam.

Der Gesetzgeber sehe zwar kein Schmerzensgeld für den Tod an sich vor, jedoch seien für die Leiden des Jungen vor dem Tod Ansprüche geltend zu machen. Zudem solle festgestellt werden, dass der Angeklagte künftig für mögliche Spätfolgen bei den zwei Geschwistern von Mohamed aufkommen müsse.

Silvio S. hatte Mohamed laut Anklage im Oktober entführt, missbraucht und schließlich aus Angst vor Entdeckung umgebracht. Zuerst soll er den Vierjährigen gewürgt, dann stranguliert haben. Der Angeklagte soll auch den sechsjährigen Elias aus Potsdam ermordet haben.

Ein Schmerzensgeld und eine Feststellung künftiger Ansprüche wären Teil des Urteils in dem Mordprozess. Sollte das Gericht dem Antrag nachkommen, behielten die Ansprüche 30 Jahre Gültigkeit, sagte Schulz.

Mohamed wäre nach Einschätzung seiner Mutter nicht einfach so mit einem Fremden mitgegangen. "Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass dieser Mann mein Kind irgendwie angelockt haben muss", sagte die 29-Jährige über den Tag, als ihr Kind am Lageso verschwand. "Als ich das Amt betrat, war er weg." Sie habe fest geglaubt, er sei zum nahen Flüchtlingskindergarten gelaufen. Auch im Heim sei er manchmal kurz um die Ecke gegangen, aber immer zurückgekehrt.

Ein 33 Jahre alter Zeuge berichtete, wie ihm in der Nähe des Lageso vermutlich an dem Tag ein sehr hellhäutiger Mann aufgefallen sei, der ein kleines dunkelhäutiges Kind fest an der Hand führte. Er habe sich damals gedacht: "Das ist nicht sein Kind. Das ist, als würde ich mit einem kleinen chinesischen Kind herumlaufen."

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Unterspülte Straßen, umgeknickte Bäume, vollgelaufene Keller - erneut haben heftige Regenfälle in Niederbayern schwere Schäden angerichtet. Agrarminister Brunner kündigt Hilfen an.

27.06.2016

Elf Angeklagte, 122 Verhandlungstage unter höchster Sicherheit: Seit mehr als zwei Jahren beschäftigt ein Drogenring am Heilbronner Gefängnis die Justiz. Jetzt wurden Haftstrafen von bis zu neun Jahren verhängt.

27.06.2016

Erst fliegt der Pilot zum Abflughafen zurück, dann brennt eine Tragfläche lichterloh: In Singapur kommt es zu einer dramatischen Notlandung.

27.06.2016