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Panorama Fall Rebecca – die wichtigsten Fakten in der Übersicht
Nachrichten Panorama Fall Rebecca – die wichtigsten Fakten in der Übersicht
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06:42 08.03.2019
Berliner Polizisten brechen bei Einbruch der Dunkelheit die Suche in einem Waldstück nach der vermissten Rebecca aus Berlin ab. Quelle: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
Berlin

• Fall Rebecca – was ist offiziell bekannt?

Am 18. Februar wird die 15-jährige Rebecca aus Berlin als vermisst gemeldet. Die Polizei Berlin nimmt die Ermittlungen auf. Drei Tage später, am 21. Februar, veröffentlichen die Behörden ein Fahndungsfoto des Mädchens. Am 28. Februar wird Rebeccas Schwager erstmals festgenommen, kurze Zeit später kommt er allerdings zunächst wieder auf freien Fuß – um am 4. März unter dringendem Tatverdacht erneut verhaftet zu werden. Die 3. Mordkommission der Berliner Polizei hat mittlerweile die Ermittlungen übernommen.

• Wann gab es das letzte Lebenszeichen von Rebecca?

Die Nacht zum 18. Februar verbrachte das Mädchen bei ihrer älteren Schwester und ihrem Schwager im Stadtteil Britz, der im Berliner Bezirk Neukölln liegt. Von dort ist es nicht weit zu ihrem Wohnort in Rudow am Stadtrand, unweit des Flughafens Schönefeld. An dieser Stelle bereits beginnen die Unklarheiten: Am frühen Morgen soll Rebecca zunächst noch Whatsapp-Nachrichten aus dem Haus verschickt haben, als aber die Mutter versuchte, sie zu erreichen, war das Handy ausgeschaltet. Am Montag, den 19. Februar um 9.50 Uhr hätte Rebecca in der Schule sein müssen. Dort aber kam sie nicht an.

• Was sagt die Polizei?

Die Polizei geht anhand aller Informationen sowie der Analyse der Routerdaten und Rebeccas Telefonverhalten davon aus, dass das Mädchen getötet wurde – und das Haus ihrer Schwester nicht lebend verlassen hat. Als dringend tatverdächtig gilt der Schwager, der zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt mit dem Mädchen allein im Haus war. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen.

• Was sagt Rebeccas Familie?

Eltern und Schwestern von Rebecca halten den Schwager für unschuldig. Rebeccas Vater sagte dem Sender RTL am Mittwoch: „Die ganze Nummer hängt mit einer anderen Sache zusammen, die ich aber nicht sagen darf.“ Er bat seinen Schwiegersohn: „Florian, rede einfach! Klär das, damit die ganze Suche in die andere Richtung geht, und zwar in die richtige. Wir müssen Becci finden.“ Der Vater nimmt an, seine Tochter sei entführt worden und befinde sich jetzt in einem Keller oder leerstehenden Haus, wie er der Zeitung „B.Z.“ sagte.

• Wie ist der aktuelle Stand?

Nach einem erneuten Fahndungsaufruf in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ im Fall Rebecca hat die Polizei mehr als 300 neue Hinweise erhalten. Am Donnerstag wurde in Brandenburg eine groß angelegte Suchaktion eingeleitet. Eine Hundertschaft Polizisten hat sieben Stunden lang ein Waldgebiet, nahe dem Ort Storkow 50 Kilometer südöstlich von Berlin, durchkämmt. Auch Spürhunde und ein Hubschrauber waren im Einsatz. Nach Angaben der Polizei gingen die Suchtrupps einem speziellen Hinweis nach.

Noch immer sucht die Polizei nach der vermissten Rebecca aus Berlin. In einem Wald in Brandenburg gingen die Beamten einem konkreten Hinweis nach.

Bei dem jüngsten Fahndungsaufruf der Polizei war es vor allem um „zwei seltsame und klärungsbedürftige Fahrten mit dem Auto des Schwagers“ gegangen, wie Kriminalhauptkommissar Michael Hoffmann, Leiter der zuständigen 3. Mordkommission, sagte. Demnach fuhr der Schwager am Vormittag des Verschwindens von Rebecca und am Abend des nächsten Tages mit dem Familienauto von Berlin Richtung Frankfurt (Oder) an der polnischen Grenze. Dabei wurde das Auto von einem automatischen Kennzeichenerfassungssystem der Polizei auf der Autobahn nahe der Ausfahrt Storkow registriert.

„Zu beiden Fahrten kann er keine Angaben machen“, sagte Hoffmann. „Die Fahrten passen aber überhaupt nicht zu der Version, die er erzählt hat.“

Die Mordkommission der Berliner Kriminalpolizei hält diese Fahrten für so relevant, dass sie am nicht nur Fotos des dunkelroten Renault Twingo veröffentlichte, sondern auch drei Fotos des verdächtigen Schwagers ins Internet stellte, obwohl der Mann bereits in Untersuchungshaft sitzt.

• Nach welchen Hinweisen sucht die Polizei außerdem?

Die Polizei Berlin veröffentlichte auf ihrer Internetseite zudem Fotos von Kleidungsstücken, einem Rucksack, einer Handtasche, einem kleinen rosa Fotoapparat und einem Portemonnaie von Rebecca sowie von einer lila Decke, die ebenfalls verschwand. Im Kofferraum des Twingo soll die Polizei Haare der Schülerin und Faserspuren dieser Decke gefunden haben. Unklar ist, wie sie dahin kamen.

Chronologie der Ereignisse

18. Februar: Rebecca wird als vermisst gemeldet

21. Februar: Die Polizei veröffentlicht Fahndungsbilder

23. Februar:
Ermittler gehen von Verbrechen aus

26. Februar:
Rebeccas Familie bereitet ein Detail Kopfzerbrechen

28. Februar:
Der Schwager wird erstmals festgenommen

01. März:
Rebeccas Schwager wird aus U-Haft entlassen

04. März:
Erneuter Haftbefehl gegen Schwager

05. März:
Neue Beweise belasten Schwager schwer

06. März:
Polizei veröffentlicht Fotos des Schwagers

Von RND

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