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Panorama Fahrgast rastet aus – Polizei umstellt Zug
Nachrichten Panorama Fahrgast rastet aus – Polizei umstellt Zug
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17:58 28.09.2016
Ein IC ist am Mittwoch in Leipzig nach Drohungen eines Fahrgastes gestoppt und komplett geräumt worden.  Quelle: dpa
Leipzig

Wie die Leipziger Volkszeitung am Mittwoch berichtete, wurde der Mann nach mehr als vier Stunden von der Polizei festgenommen. Er habe sich schließlich freiwillig ergeben. Um zu belegen, dass er keine gefährlichen Gegenstände am Körper hatte, habe sich der 41-Jährige komplett entkleiden müssen.

Ein Sondereinsatzkommando hatte vorher den Zug umstellt und versucht, mit ihm Kontakt aufzunehmen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort am Bahnhof Leipzig-Messe. Die Bahnstrecke wurde gesperrt. Es gab erhebliche Beeinträchtigungen des Zugverkehrs im Großraum Leipzig.

Mann in Waggon eingesperrt

Ersten Informationen zufolge soll der Mann verwirrt und aggressiv gewirkt haben. Er sei am Leipziger Hauptbahnhof in den IC 2302 in Richtung Berlin gestiegen, erklärte Polizeisprecher Andreas Loepki. Bei einer Fahrkartenkontrolle soll der Mann ausgerastet sein.

Statt eines Tickets soll er einen Behindertenausweis vorgelegt haben. Aber damit habe er nicht kostenlos mitfahren dürfen, hieß es. Daraufhin sei der Mann wütend geworden und habe erklärt, etwas in die Luft zu sprengen. Da er eine große Tasche bei sich gehabt habe, sei die Drohung ernst genommen worden, berichtete die „Leipziger Volkszeitung“.

Sprengstoffspürhund findet nichts

Zugbegleitern sei es daraufhin gelungen, den Mann in einem Waggon im hinteren Teil des Zuges einzusperren, erklärte die Polizei. Am Bahnhof Leipzig-Messe – also kurz hinter dem Hauptbahnhof – habe der IC angehalten und das Zugpersonal den Zug räumen.

Der 41-Jährige soll psychische Probleme gehabt haben. Er werde jetzt von einem Arzt begutachtet und vermutlich in einer Psychiatrie untergebracht. „Insofern erklärt sich sein Handeln wohl aus seinem geistigen Zustand“, sagte Loepki. Nach der Festnahme des Mannes sei der Zug mit einem Sprengstoffspürhund durchsucht worden. Gefunden wurde laut Loepki nichts. Einen Terrorverdacht gab es nicht, wie Loepki betont hatte.

Niemand verletzt

Wie viele Passagiere in dem betroffenen Zug saßen, blieb zunächst offen. Verletzt worden sei niemand. Das Gelände am Bahnhof Leipzig-Messe sei großräumig abgesperrt worden, sagte ein Bahnsprecher. Wegen des Polizeieinsatzes war der Zugverkehr im Großraum Leipzig massiv gestört. Die Strecke Richtung Berlin sei dicht, sagte der Bahnsprecher. Das wirke sich auf die Fernzüge und den S-Bahn-Verkehr aus.

Die Züge stauten sich am frühen Nachmittag vor dem Leipziger Hauptbahnhof, andere wurden an kleineren Bahnhöfen angehalten.

Von dpa/RND/wer

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