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Panorama FBI-Agentin heiratet Terroristen
Nachrichten Panorama FBI-Agentin heiratet Terroristen
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21:33 02.05.2017
Erst Rapper, dann Terrorist: Denis Cuspert alias Deso Dogg gilt als führender deutschsprachiger Propagandist des IS. Er soll sogar eine US-Agentin umgedreht haben. Quelle: Fotos: dpa
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Berlin

Die Geschichte klingt, als hätte sie ein Drehbuchautor einer US-Serie auf Droge erfunden. Als würde „Homeland“ auf „Das Leben der Anderen“ treffen. Aber laut dem Fernsehsender CNN ist sie wahr. Eine Übersetzerin der US-amerikanischen Bundespolizei FBI namens Daniela Greene hat 2014 im IS-kontrollierten Syrien den deutschen Dschihadisten Denis Cuspert geheiratet – aus Liebe.

Die 38-Jährige ist in der damaligen Tschechoslowakei geboren und in der Bundesrepublik aufgewachsen. Daher spricht sie fließend Deutsch. Nach ihrer Heirat mit einem amerikanischen GI siedelte sie in die USA über. Im Januar 2014 arbeitete sie für das FBI im Büro Detroit. Sie wurde wegen ihrer Sprachkenntnisse auf Cuspert angesetzt. Über zwei Skype-Accounts hielt sie Kontakt zu dem Terroristen. Jedoch gab es noch einen dritten Kanal, den sie vor ihren Vorgesetzten geheim hielt. Cuspert und Greene scheinen sich schnell nähergekommen zu sein. Im Juni 2014 erzählte Greene ihrem Ehemann und dem FBI, sie reise nach München, um ihre Eltern zu besuchen. Sie flog jedoch nach Istanbul – ohne Rückflugticket – und machte sich auf den Weg ins IS-Gebiet. Dort heiratete sie Cuspert nach islamischem Ritus.

„Ich habe diesmal echt Mist gebaut“

Beim IS nannte sich der 1975 geborene Berliner Abu-Talha al-Almani. In seiner Heimatstadt ist er immer noch unter seinem Rappernamen bekannt: Deso Dogg. Er besuchte die einschlägigen Moscheen der Hauptstadt, bis er sich nach Syrien absetzte. Mehrfach berichteten westliche Dienste seither, dass Cuspert im Krieg umgekommen sei. Eine Bestätigung gab es dafür nicht. Im Februar 2015 schrieb die „Bild am Sonntag“, das FBI habe „eine Agentin an Cusperts Seite installiert“. Diese habe „eine intime Beziehung zu ihm aufgebaut“, nach einer „konkreten Gefährdungslage“ sei die Frau allerdings geflüchtet.

Aus heutiger Sicht wirkt es so, als sei diese Geschichte „aus amerikanischen Sicherheitskreisen“ gestreut worden, um von den wahren Motiven von Greenes Reise zu Cuspert abzulenken. Die Frau mit Spitznamen „Dany“ schrieb Freunden bereits am 8. Juli 2014 aus Syrien: „Ich war schwach und wusste nicht mehr, was ich tun sollte. Ich habe diesmal echt Mist gebaut.“ Auf ungeklärten Wegen schaffte sie es aus Syrien heraus, flog zurück in die USA und wurde am 8. August 2014 verhaftet. Sie verpflichtete sich zur Zusammenarbeit mit den Behörden, plädierte auf schuldig und wurde bereits nach zwei Jahren aus der Haft entlassen.

Von Jan Sternberg/RND

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