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Panorama Eko Fresh liefert mit „Aber“ den Song zur Özil-Debatte
Nachrichten Panorama Eko Fresh liefert mit „Aber“ den Song zur Özil-Debatte
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12:51 25.07.2018
Der Rapper Eko Fresh hat türkische Wurzeln und lebt in Köln. Quelle: dpa
Hannover

Die Sache mit der Identität und den eigenen Wurzeln war schon immer das Thema von Ekram Bora, besser bekannt als Eko Fresh. 2013 rappte er in dem Song „Quotentürke“ „Egal, wie sehr ich mich auch änder, ich bleib’ immer der scheiß Ausländer“.

Fünf Jahre später, im Sommer 2018, debattiert Deutschland über den türkischstämmigen Fußballprofi Mesut Özil und Eko Fresh mischt sich erneut ein. Der Song „Aber“, produziert von Samy Deluxe, greift die Vorwürfe von und gegen Özil direkt auf – und ist innerhalb von wenigen Tagen zum Hit in den sozialen Netzwerken geworden.

In einem drastischen Rollenspiel lässt Eko Fresh drei Stereotypen und ihre teils drastischen Meinungen aufeinandertreffen. Meinungen, wie man sie derzeit auch in den Kommentaren auf Facebook und Co. findet. Frei nach dem Motto: „Ich bin kein Nazi, aber....“ greift Eko Fresh die Sprüche der Populisten auf. Den Anfang macht Patrick Mölleken. Der Schauspieler rappt im typischen AfD-Wähler-Sprech: „Was möchtet ihr Kanaken, Geld und unsere Töchter anpacken? (...) Ihr fahrt dicke Autos und ich noch mit der Straßenbahn. (...) Ich steh für unser Land, denn ich wähl die AfD.“

„Ich werd nie Deutscher sein, denn ich bin ein stolzer Türke“

Die Antwort liefert Yunus Cumpartpay, ebenfalls Schauspieler. Cumpartpay bringt die Perspektive des wütenden Deutsch-Türken ins Spiel: „Heute guck ich in die Zeitung, wir sind üble Migranten, doch wir haben nicht vergessen, dass Asylheime brannten. (...) Als Sündenbock ist euch Özil gut genug, aber Moment mal, was soll hier die Message sein? Weltmeisterschaft vorbei, weil er ein Selfie teilt?“ Cumpartpays Part endet mit der deutlichen Ansage: „Ich werd nie Deutscher sein, denn ich bin ein stolzer Türke!“

„Keiner weiß, was ich fühl’“

Den dritten Part übernimmt Eko Fresh selbst: „Ihr habt auf einmal Streit, die Masse ist entzweit. Ich dachte, dieser Fight ist seit den Achtzigern vorbei. (...) Ich sitze schon mein ganzes Leben zwischen diesen fucking Stühl’n. (...) Ich dachte, Brüderschaft, aber es war zu früh. Ich bin Deutsch-Türke, keiner weiß hier, was ich fühl’.“

So ganz neu ist die Idee von Eko Fresh allerdings nicht. Der US-Rapper Joyner Lucas ließ in „I’m Not Racist“ einen Trump-Sympathisanten auf sein eigenes schwarzes Ich treffen. Das Video ging viral und der Rapper war plötzlich in aller Munde. Am 23. August erscheint „Legende“ das neue Album von Eko Fresh.

Von Nora Lysk/RND

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