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Panorama Beihilfe zum Mord in 36.000 Fällen: Ehemaliger KZ-Wachmann angeklagt
Nachrichten Panorama Beihilfe zum Mord in 36.000 Fällen: Ehemaliger KZ-Wachmann angeklagt
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14:30 23.11.2018
Die Gedenkstätte im ehemaligen KZ Mauthausen. Quelle: picture alliance / imageBROKER
Berlin

Gegen einen ehemaligen KZ-Wachmann ist von der Berliner Staatsanwaltschaft Anklage erhoben worden. Dem 95-jährigen Mann wird Beihilfe zum Mord in 36.000 Fällen vorgeworfen. Das teilte die Staatsanwaltschaft Berlin am Freitag mit. Der damals 21-jährige Beschuldigte soll von Sommer 1944 bis Frühjahr 1945 als Mitglied des „SS-Totenkopfsturmbannes“ im Konzentrationslager Mauthausen (Österreich) Häftlinge bewacht haben.

In dem Zeitraum sollen mindestens 36.223 Menschen getötet worden sein, durch Vergasungen, Injektionen, Erschießungen und Verhungern und Erfrieren. Dem damaligen Wachmann sollen sämtliche Tötungsarten und -methoden bekannt gewesen sein, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Geänderte Rechtsprechung ermöglicht Anklageerhebung

„Ihm soll bewusst gewesen sein, dass die Tötungshandlungen ständig bei einer hohen Anzahl von Menschen angewandt wurden und dass auf diese Art und Weise sowie mit der geschehenen Regelmäßigkeit nur getötet werden konnte, wenn die Opfer durch Personen wie ihn selbst bewacht wurden“, hieß es weiter. Er habe diese Tötungen durch seine Tätigkeit „fördern oder zumindest erleichtern wollen“.

Die Anklageerhebung zu so einem späten Zeitpunkt geht laut der Staatsanwaltschaft auf eine geänderte Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zurück. Danach lassen sich auch solche Fälle als Beihilfe zum Mord verfolgen, in denen den Beschuldigten zwar keine persönliche Beteiligung an konkreten Tötungen nachgewiesen werden kann, wohl aber, dass sie etwa als Angehörige der Wachmannschaften in den organisierten Tötungsapparat eingebunden waren.

Zur Zeit läuft in Münster ein Prozess gegen einen ehemaligen SS-Wachmann im Konzentrationslager Stutthof bei Danzig. Die Dortmunder Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft für NS-Verbrechen wirft dem Angeklagten hundertfache Beihilfe zum Mord vor. Der in Rumänien geborene Deutsche soll als SS-Wachmann von 1942 bis 1944 in dem deutschen KZ bei Danzig Dienst geleistet haben.

Von RND/dpa

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