Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Panorama Dutzende sterben bei schwerem Zugunglück
Nachrichten Panorama Dutzende sterben bei schwerem Zugunglück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:09 20.11.2016
Am frühen Morgen ist in Indien ein Zug entgleist. Die meisten Passagiere wurden von dem Unfall im Schlaf überrascht Quelle: dpa
Anzeige
Neu Delhi

Bei einem schweren Zugunglück in Indien sind am frühen Sonntagmorgen viele Menschen gestorben. Zunächst wurden 70 Tote gemeldet, später wurde die Zahl auf mindestens 90 erhöht. Mehr als 150 Passagiere wurden verletzt. Das bestätigte die Regierung des betroffenen Bundesstaats Uttar Pradesh.

Kurz nach 3 Uhr Ortszeit entgleiste ein Fernzug in Uttar Pradesh in der Nähe der Ortschaft Pukhrayan. Mindestens 14 Waggons sprangen von den Schienen. „Zwei der Waggons sind völlig zerstört“, sagte Daljeet Singh Choudhury von der lokalen Polizei. „Die Zahl der Toten könnte noch steigen.“

Augenzeuge schildert das Unglück

Fernsehbilder zeigten entgleiste und teilweise völlig zerstörte Waggons. Dutzende Menschen trugen ihr Gepäck zu Fuß über leer stehende Felder, um die zum Abtransport bereitgestellten Busse zu erreichen. „Wir wachten plötzlich auf, als der Zug mit einem heftigen Ruck und lautem Quietschen zum stehen kam“, sagte ein Augenzeuge dem Fernsehsender NTDT. „Wir schafften es, auszusteigen, und sahen überall auf den Gleisen Teile der Achsen und Räder verteilt.“

Die Rettungsarbeiten sind schwierig. „Wir können uns nur langsam in die zerstörten Waggons vorarbeiten“, sagte Bahnsprecher Anil Saxena. „Es könnten noch Überlebende in den Wagen sein. Wir müssen durch die Metallwände schneiden, um sie zu erreichen.“

Der Patna-Indore-Express verunglückte etwa auf der Hälfte seiner mehr als 1400 Kilometer langen Strecke durch Nordindien, für die er laut Fahrplan 27 Stunden Reisezeit braucht. Regulär hat der Zug 21 Waggons und fasst deutlich mehr als 1000 Passagiere.

Minister droht den Verantwortlichen

Die Unfallursache war bis zum Sonntagmorgen laut Bahnsprecher Vijay Kumar noch unbekannt. Mehr als 20 Krankenwagen würden die Verletzten in die nächstgelegene Stadt Kanpur transportieren, sagte er. Bahnminister Suresh Prabhu kündete eine umfassende Untersuchung des Unfalls an. „Wir werden so hart wie möglich gegen diejenigen vorgehen, die für den Unfall verantwortlich sein könnten“, schrieb er auf Twitter. „Alle mögliche Hilfe wurde mobilisiert.“

„Unbeschreiblicher Schmerz wegen des entgleisten Patna-Indore- Express“, schrieb der indische Premierminister Narendra Modi auf Twitter. „Meine Gedanken sind bei den Familien, die so schwere Verluste erlitten haben.“

Regelmäßig Unfälle

Indiens Züge transportieren jeden Tag rund 23 Millionen Menschen in etwa 12.000 Zügen. Das gigantische Schienennetz wird oft als „Lebensader der Nation“ bezeichnet, da Inder aller Kasten und Klassen es benutzen. Das Netz wurde von den britischen Kolonialherren gebaut, um Handelsgüter wie Baumwolle zu den Häfen zu schaffen.

Seit der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 wurden kaum neue Gleise verlegt, da die Bahn damit beschäftigt ist, das vorhandene Netz zu erhalten. Jedes Jahr kommt es bei der indischen Bahn zu zahlreichen Unfällen mit vielen Toten.

Von dpa/RND/wer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Pädagoge auf vier Pfoten: Seit Anfang des Schuljahres ist der 19 Wochen alte Welpe Hugo an der Potsdamer Goethe-Grundschule als Schulhund im Einsatz. Nun bekam der kuschlige Lehrer Besuch von seinem obersten Chef: Bildungsminister Günter „Hugo“ Baaske (SPD) informierte sich über das ungewöhnliche Projekt.

19.11.2016
Panorama Polizei schnappt Mann in Spanien - Mutmaßlicher Mörder machte erst einmal Urlaub

Er werde sich stellen, hatte der Mann aus Niederbayern angekündigt – aber erst wolle er noch eine Woche Urlaub machen. Daraus wurde nichts: Die Polizei kam dem mutmaßlichen Mörder einer 20-jährgen Frau auf die Spur und nahm ihn in Spanien fest.

19.11.2016

In Baden-Württemberg ist einem Schützenverein ein schlimmer Fehler unterlaufen: Ausgerechnet mit dem Foto eines Amokläufers warb er auf seiner Homepage um neue Mitglieder. „Das ist dumm gelaufen“, meinte der Vereinsvorsitzende.

19.11.2016
Anzeige