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Panorama Die Zeit läuft gegen die U-Boot-Besatzung
Nachrichten Panorama Die Zeit läuft gegen die U-Boot-Besatzung
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11:34 21.11.2017
Das U-Boot „ARA San Juan“ ist noch immer verschollen. Quelle: dpa
Buenos Aires

Bei der Suche nach dem im Südatlantik verschollenen argentinischen U-Boot „ARA San Juan“ läuft den Rettern die Zeit davon. Die 44-köpfige Besatzung verfügt über Sauerstoffreserven für sieben Tage, sollte das U-Boot nicht auftauchen können. Die letzte Funkverbindung gab es am vergangenen Mittwoch. Damals teilte die Besatzung mit, es habe einen Kurzschluss im Batteriensystem an Bord gegeben, wie ein Sprecher der argentinischen Marine erst am Montag bekanntgab. Seitdem gab es keinen Kontakt mehr zum U-Boot.

Am Montag hatte es einen kurzen Hoffnungsschimmer für die Crew gegeben: Zwei argentinische Kriegsschiffe hatten ein Geräusch empfangen. Mit einer speziellen Software wurde jedoch festgestellt, dass es nicht vom U-Boot entstanden, sondern wahrscheinlich biologischen Ursprungs sei, erklärte am Montagabend der Marinesprecher Enrique Balbi in Buenos Aires.

Kurz vorher hatten die Angehörigen der Besatzung, die auf dem Marinestützpunkt von Mar del Plata auf Nachrichten harren, eine weitere Enttäuschung erlebt. Sieben gescheiterte Anrufversuche eines Satellitentelefons wurden darauf untersucht, ob sie vom „ARA San Juan“ aus gestartet worden seien. Auch hier stellte sich nach einer Recherche eines Satellitenunternehmens heraus, dass die Spur nicht zu dem U-Boot führte.

Wetterbedingungen erschweren die Suche

Zum Zeitpunkt der letzten Funkverbindung fuhr das U-Boot durch den Golf von San Juan südöstlich der Halbinsel Valdés. Dort herrschte schwerer Seegang. Die anhaltend hohen Wellen von bis zu sieben Metern und der starke Wind von bis zu 70 Kilometern pro Stunde erschweren die Suche und stören die Ortung. Die Wetterbedingungen sollten sich jedoch bessern.

An der internationalen Suchaktion nehmen 14 Schiffe und zehn Flugzeuge teil, unter ihnen hoch spezialisierte Einheiten aus Großbritannien, den USA und Brasilien. Es handelt sich um den größten Marine- und Lufteinsatz im Südatlantik seit dem Falklandkrieg 1982. Auch ein britisches Schiff und ein Flugzeug der Royal Air Force, die auf Falkland stationiert sind, nehmen an der Rettungsaktion des argentinischen U-Boots teil.

Neben der systematischen Suche auf einer Meeresfläche von über 43 000 Quadratkilometern wird bereits eine eventuelle Bergung am Ozeangrund vorbereitet. Vier Transportflugzeuge der US-Navy wurden vom Southern Command mit Sitz in Florida zum patagonischen Hafen von Comodoro Rivadavia mit einem Mini-U-Boot, einem ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug (ROV) und weiterer Ausstattung zur Tiefsee-Bergung entsandt. Von dort aus soll es gegebenenfalls an Bord eines Schiffes des französischen Erdölunternehmens Total zum Einsatz bei einer Unterwasserbergung transportiert werden. Das kleine Rettungs-U-Boot kann bis zu sechs Menschen auf einmal aus einem gekenterten U-Boot bergen.

„ARA San Juan“ wurde in Emden gebaut

Das dieselelektrisch angetriebene U-Boot „ARA San Juan“ mit einer Kiellänge von 65 Metern war im Auftrag der argentinischen Kriegsmarine in Emden gebaut worden. Nach dem Stapellauf 1983 wurde die „ARA San Juan“ 1985 von der Marine in Dienst genommen. Ab 2007 wurde es in einer argentinischen Werft einer allgemeinen Überholung unterzogen, die wegen Etat-Kürzungen erst 2014 abgeschlossen wurde.

Von RND/dpa

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