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Panorama Die Gretelfrage: Das ist die neue Trendfrisur
Nachrichten Panorama Die Gretelfrage: Das ist die neue Trendfrisur
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09:58 07.04.2019
Ein Model mit Avatar-Zopf bei der Modenschau von Tory Burch in New York. Quelle: Michael Stewart/WireImage
Berlin

Die ukrainische Politikerin Julia Timoschenko trat lange Zeit öffentlich nur mit Haarkrone auf, und auch Klimaaktivistin Greta Thunberg kennt man nicht anders als mit Gretelzöpfen. Wie kaum eine andere weibliche Haartracht eignet sich die Flechtfrisur als Markenzeichen mit Aussagekraft. So schon bei Kinderbuchheldin Pippi Langstrumpf, der Künstlerin Frida Kahlo oder der Schriftstellerin Elfriede Jelinek. Mal brav und traditionsbewusst, mal frech und exzentrisch – wer seine Haare flicht, setzt in jedem Fall ein Statement.

Lange standen geflochtene Zöpfe für ein überkommenes Frauenbild. Mit der 1968 einsetzenden Frauenbewegung kamen die alten Zöpfe buchstäblich ab. Die zopffreie Zeit hielt jedoch nicht allzu lange an: In den Achtzigerjahren wurde der am Oberkopf ansetzende französische Zopf populär. Solange er zerzaust statt züchtig aussah, war auch der Bauernzopf wieder salonfähig.

Ein Film als Vorbild

Die nächste Flechtwelle kam schließlich vor einigen Jahren aus den USA, wo Instagram-Stars wie Kim Kardashian, Kylie Jenner oder auch Sängerin Katy Perry sich auf Selfies und rotem Teppich bevorzugt mit sogenannten Boxer Braids zeigten. Die eng über die Seitenpartien des Kopfes geflochtenen Zöpfe vermitteln ein mädchenhaftes, aber gleichzeitig sportives und taffes Image. Das wirklich Umwerfende an dieser Frisur, die ursprünglich durch Hilary Swank in dem Boxerdrama „Million Dollar Baby“ populär wurde: Sie hält locker 24 Stunden, wenn sie akkurat gemacht ist.

Auch für den neuesten Zopftrend stand wieder ein Film Pate: „Avatar“. Nach dem Vorbild der virtuellen Kunstfiguren, die bereits 2009 die Leinwand eroberten und voraussichtlich 2020 mit einer Fortsetzungsgeschichte ins Kino kommen, macht jetzt der überlange und vom Nacken an extra schmal geflochtene Zopf als Trendfrisur Furore.

Der als einer der einflussreichsten Hairstylisten der Welt geltende Brite Guido Palau, der bereits in den Neunzigerjahren die gesamte Riege der Supermodels frisierte, hat den futuristisch anmutenden Avatar-Zopf während der jüngsten Modewochen in New York, London, Mailand und Paris auf den Laufsteg gebracht.

Models auf dem Laufsteg bei der Tory Burch-Show. Quelle: Michael Stewart/WireImage

So ließ etwa die US-amerikanische Modeschöpferin Tory Burch bei ihrer Herbst- und Winterschau für 2019/2020 die Models mit hyperlangem, tief sitzendem geflochtenen Zopf auftreten. Von vorne sieht das Styling schlicht und unspektakulär aus. Von hinten ist der bis hinunter zur Hüfte reichende Zopf dagegen ein Hingucker.

Auch weil man sich verwundert fragt, ob diese strenge Frisur nicht doch ein bisschen altbacken und bieder wirkt in der auf Lässigkeit und Sexyness bedachten Fashionszene. Doch Palau weist alle Gretelzopf-Unterstellungen weit von sich: „Das ist definitiv kein Bauernzopf“, soll er laut „Harper’s Bazaar“ am Rande der Modenschauen betont haben.

Nötig ist eine lange Mähne – oder Extensions

Avatar-Zopf hört sich immerhin zukunftsweisender an als Gretelzopf. Doch wer kann die Science-Fiction-Frisur tragen? Man braucht schon eine lange, dichte Mähne. Die wenigsten aber haben Haare bis zum Po. Doch auch darauf hat Palau eine Antwort: Extensions. Damit der Übergang fließend ist, muss allerdings das echte Haar mindestens schulterlang sein.

Julia Timoschenko, die ihr Haar zwar immer noch lang (ihre Kronenflechten waren tatsächlich echt), aber jetzt zu einem offenen Zopf trägt, käme ohne Haarverlängerung aus. Für alle anderen gilt, was in der Mode immer schon Gesetz war: Um etwas besonders schlicht und unkompliziert aussehen zu lassen, braucht es in Wirklichkeit einen Riesenaufwand. Das Leben ist eben kein Film.

Von Kerstin Hergt

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