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Panorama Der Fall Lisa: Bewährungsstrafe für Bekannten
Nachrichten Panorama Der Fall Lisa: Bewährungsstrafe für Bekannten
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14:09 20.06.2017
Wegen der angeblichen Vergewaltigung des Mädchens gingen Menschen auf die Straße und protestierten vor dem Kanzleramt in Berlin. Quelle: dpa
Berlin

Ein 13-Jähriges Mädchen hat Ärger in der Schule. Sie reißt von zuhause aus und verbringt die Nacht bei ihrem Freund. Es ist eine Geschichte, die wohl täglich in Deutschland passiert. Doch der Fall Lisa, einem russlanddeutschen Mädchen aus Berlin-Marzahn, sorgte im Januar des vergangenen Jahres bundesweit für Schlagzeilen.

Denn die 13-Jährige behauptete, sie sei von drei „Südländern“ vergewaltigt worden. Trotzdem hat der Fall das Amtsgericht Tiergarten beschäftigt: Angeklagt war ein 24-Jähriger, der Sex mit Lisa gehabt haben soll. Der Bekannte der mittlerweile 15 Jahre alten Schülerin wurde am Dienstag zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Ismet S. soll im Herbst 2015 einvernehmlichen Sex mit der damals 13-Jährigen gehabt und die Handlungen gefilmt haben. Die Anklage lautete deshalb auf schweren sexuellen Kindesmissbrauch und Herstellung von Kinderpornografie.

Rechte Gruppen nutzten den Fall für ihre Propaganda

Die Polizei war auf den Fall aufmerksam geworden, als sie die Hintergründe des Verschwindens von Lisa Anfang 2016 ermittelt hatte. Die Schülerin kam eines Tages nicht von der Schule nach Hause, die Eltern meldeten sie als vermisst.

Als sie nach gut 30 Stunden wieder auftauchte, behauptete die 13-jährige Russlanddeutsche, sie sei von drei südländisch aussehenden Männern entführt und vergewaltigt worden. Der russische Außenminister Sergej Lawrow schaltete sich ein und warf deutschen Behörden Vertuschung vor. Hunderte Russlanddeutsche demonstrierten daraufhin in Berlin, vor allem in den sozialen Medien verbreitete sich die Nachricht um die angebliche Vergewaltigung rasend schnell und löste große Empörung aus. Rechte Gruppierungen nutzen den Fall für ihre Propaganda und verbreiteten auch Tage später noch Hetzkampagnen und Verschwörungstheorien.

Der Sex mit dem Angeklagten war einvernehmlich

Doch Lisa hatte gelogen: Tatsächlich soll das Mädchen bei einem 19-jährigen Bekannten wegen Schulproblemen Unterschlupf gesucht haben. Der nun Angeklagte Ismet S. geriet im Zuge der Ermittlungen in den Fokus.

Das Amtsgericht Tiergarten sprach den 24-Jährigen am Dienstag des schweren sexuellen Missbrauchs sowie der Herstellung von Kinderpornografie schuldig, wie eine Sprecherin mitteilte. Unabhängig vom ursprünglichen Fall war es laut Anklage zu Sex mit der damals 13-Jährigen gekommen, allerdings einvernehmlich. Der Prozess war zum Schutz der heute 15-Jährigen nicht öffentlich. Dennoch waren viele ausländische Medienvertreter zum Prozess angereist.

Von RND/dpa

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