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Panorama Der Dönerspieß darf bleiben wie er ist
Nachrichten Panorama Der Dönerspieß darf bleiben wie er ist
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18:52 13.12.2017
Auch Kanzlerin Angela Merkel, hier auf einem Sommerfest 2017 in Berlin, schätzt den Döner. Quelle: dpa
Straßburg

Der Döner darf bleiben, wie er ist – das hat das Europäische Parlament entschieden. Es war ein knappes Rennen im Kampf um den Erhalt des populären Fleischspießes: 373 Abgeordnete stimmten dagegen, dass die EU-Kommission den Döner in die Liste jener Lebensmittel aufnehmen dürfe, die mit einer geringen Phosphatzugabe noch haltbarer und noch knackiger gemacht werden dürfen. Das war eine Mehrheit. Aber sie reichte nicht, um dem Lieblingsspieß der Deutschen den Garaus zu machen. Denn für die Umsetzung des Beschlusses wäre eine absolute Mehrheit notwendig gewesen. Und die liegt bei 376 Stimmen. Es fehlten also drei Stimmen.

Abgeordnete haben klare Meinung zur Phosphat-Nutzung

Während der Debatte waren die Lager klar verteilt – Enthaltungen gab es keine. Der für Lebensmittelsicherheit zuständige EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis fand, der Döner erfülle alle Voraussetzungen für eine Ausnahme: Keine Gesundheitsbedenken, eine technologische Notwendigkeit und keine Gefahr einer Irreführung der Verbraucher. Die dänische Sozialdemokratin Christel Schaldemose führte die Front der Phosphat-Bekämpfer an: Es gebe Befürchtungen, dass der Phosphat-Döner ungesund sei, Herz und Kreislauf belaste. Deswegen solle man vorsichtshalber abwarten, bis im kommenden Jahr eine neue Studie der EU-Lebensmittelaufsicht EFSA Klarheit schaffe.

Phosphat macht den Döner stabil

Ohne die Zugabe von Phosphaten wäre der Dönerspieß nur eine formlose Fleischmasse, deshalb wird während der Produktion auf die Chemikalie zurückgegriffen. Grundsätzlich gilt für die Verwendung von Phosphaten, dass sie nur bei frischem Fleisch genutzt werden dürfen. Der Döner, der oft als Tiefkühlware gelagert wird, ist davon allerdings bisher ausgeschlossen gewesen.

Gesundheitsschädigend wird es erst am 30 Döner am Tag

Derzeit gilt eine erlaubte Tagesdosis von 70 Milligramm Phosphat pro Kilo Körpergewicht. Ein Döner-Kebab bringt es auf gerade mal 134 Milligramm. Ein Glas Cola liegt mit 210 Milligramm deutlich darüber. In der Debatte des Parlamentes gaben Ärzte, die dem Plenum als Abgeordnete angehören, an, dass ein gesunder Mensch rund 30 Döner am Tag essen müsste, um die tolerierbare Tagesdosis zu überschreiten. Und selbst Patienten mit Nierenerkrankungen könnten noch sieben Portionen Fleisch vom Spieß verzehren, ohne ein Risiko einzugehen.

Der Döner ist dem Kassler gleich

Mit der Entscheidung des Parlaments wurde der Döner nun offiziell als Fleischprodukt klassifiziert – und bekommt eine Ausnahmegenehmigung für die Phosphat-Verwendung. Damit wird der Döner – die Rede ist stets nur vom gefrorenen senkrechten Spieß – dem Kassler Fleisch gleichgestellt. Aber auch dem Brät von Würstchen, dem Hamburger oder Erfrischungsgetränken.

Von RND/Detlef Drewes/lf

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