Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Panorama Das Spielzeug für den Drehmoment
Nachrichten Panorama Das Spielzeug für den Drehmoment
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:00 07.06.2017
Kreiselt, leuchtet und begeistert: Der Fidget Spinner unterhält nicht nur Menschen, die ihre Finger kaum still halten können. Quelle: Foto: dpa
Anzeige
Hannover

Ein kleiner Schubs mit dem Finger genügt. Dann drehen sich die drei Spitzen des Fidget Spinners so schnell im Kreis, dass seine Form vor dem Auge verschwimmt. Die Bewegung wirkt meditativ und zieht bundesweit vor allem junge Schüler in seinen Bann. Aber auch manch Erwachsener lässt das dreieckige Gerät zwischen den Fingern kreiseln.

Inzwischen gibt es das Spielzeug sogar mit bunten LED-Lampen, auch die Zahl der Kugellager variiert je nach Modell. Seine Nutzer versuchen sich an Tricks, lassen den Handkreisel auf einem Finger drehen oder sogar auf der Nase des eigenen Hundes. Und wer darin noch keine Herausforderung gefunden hat, wirft das Spielzeug zwischen den Beinen hindurch in die Luft und versucht es hinterrücks wieder aufzufangen. Im Internet gibt es bereits eine Vielzahl von Videos, in denen die akrobatischen Grenzen im Umgang mit dem Gerät getestet werden.

Schulen diskutieren Verbot

Während sich die Spielzeugbranche über diesen Trend freut, sind in vielen Klassenzimmern die Lehrkräfte genervt. Denn anstatt auf den Unterricht zu achten, schenken die Schüler dem Spielzeug ihre Aufmerksamkeit. Der Deutsche Philologenverband ist vom Fidget Spinner dementsprechend wenig begeistert. Im Unterricht habe das angesagte Spielzeug nichts verloren, sagt der Vorsitzende Heinz-Peter Meidinger. Ablenkendes Spielgerät sei im Klassenzimmer generell tabu. Lediglich in den Pausen sehe das anders aus – da dürfe im Einzelfall auch mal „gespinnt“ werden, sagt Meidinger. Zudem kreiselten überwiegend Schüler in der Unterstufe, ältere Schüler lasse der Hype demnach eher kalt.

Macht durchaus süchtig: Den Fidget Spinner gibt es in den unterschiedlichsten Ausführunge. Quelle: Getty

Die Idee des Fidget Spinners kommt von der US-Amerikanerin Catherine A. Hettinger. Sie hat 1997 ein Patent für ein ähnliches Spielzeug angemeldet, das Stress abbauen sollte. 2005 fehlten Hettinger jedoch die rund 400 Dollar, um den Schutz ihrer eingetragenen Idee verlängern zu lassen, sodass diese neu aufgegriffen werden konnte. Zwei amerikanische Schüler entwickelten im vergangenen Jahr den Fidget Spinner in seiner aktuellen Form und lösten so einen weltweiten Trend aus.

Konzentration soll sich verbessern

Die handlichen Geräte haben meistens vier Kugellager – eines in der Mitte und drei drum herum. Dabei ähnelt der Kreisel in seiner Form einem Wurfstern, verfolgt jedoch einen ganz anderen Zweck. Die Entwickler des Fidget Spinners versprechen dem Nutzer Entspannung, aber auch eine verbesserte Konzentration oder Linderung bei Nervosität oder Erkrankungen wie ADHS und Autismus. Bewiesen ist das alles nicht, hört sich aber in der Werbung gut an.

Ob es nun heilsam ist oder einfach nur Spaß macht – die Nachfrage nach dem Spielzeug ist enorm. „Ware, die der Spielwarenfacheinzelhandel erhält, ist in der Regel schnell ausverkauft, auch wenn es sich um mehrere Tausend Handkreisel gehandelt hat“, sagt Willy Fischel, Geschäftsführer des Handelsverbands Technik (BVT). Nach ersten Schätzungen des Verbands habe der Einzelhandel in diesem Jahr bereits einen Umsatz von rund einer Million Euro gemacht.

Neue Produkte kommen bald

Um das Geschäft weiter anzufeuern, nimmt der Fidget Spinner inzwischen andere Formen an. Gemeint ist mit dem Fidget Stick zum Beispiel ein Stab, der besonders schwungvolle Bewegungen verspricht. Auch an den Hebeln, Knöpfen und Rollen des Fidget Cubes kann nach Herzenslust herumgefummelt werden. Der Handelsverband rechnet damit, dass sich auch die Weiterentwicklungen des Handkreisels gut verkaufen. Vor allem in der Würfelvariante sieht aber der Philologenverband einen starken Störfaktor im Unterricht, da von ihm ständig Geräusche wie etwa ein Klacken ausgingen. „Dieser ist in vielen Schulen Amerikas generell verboten, auch in den Pausen“, sagt der Verbandsvorsitzende Meidinger. Womöglich hat sich der Hype um den Fidget Spinner auch in Deutschland bald erledigt: Drüben in den USA sei der Fingerkreisel bereits kein Trend mehr, sagt Meidinger.

Von Nils Oehlschläger/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit ihrem kontroversen Handy-Video sorgte Verona Pooth für Schlagzeilen. Darin war die 49-Jährige nicht angeschnallt und mit Handy am Steuer zu sehen. Nun drohen dem Werbestar Konsequenzen: Die Düsseldorfer Polizei kündigte eine Anzeige an.

07.06.2017

Er gehörte in den 80er Jahren zu den umstrittensten Figuren des Jetsets: Der saudische Waffenhändler Adnan Kashoggi ist tot. „In tiefer Trauer muss die Familie bekanntgeben, dass unser geliebter Vater mit 82 Jahren friedlich in London gestorben ist“, zitierte die britische Nachrichtenagentur PA die Familie Kashoggis.

07.06.2017
Panorama Amal und George Eltern: - Die Clooney-Zwillinge sind da

In den vergangenen Tagen brodelte die Gerüchteküche gewaltig, nun ist es wirklich so weit: Amal und George Clooney sind Eltern geworden. Die Zwillinge Ella und Alexander kamen in London zur Welt. Mutter und Kinder seien wohlauf, heißt es.

06.06.2017
Anzeige