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Panorama Das Spiel ist aus für Daniel Day-Lewis
Nachrichten Panorama Das Spiel ist aus für Daniel Day-Lewis
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15:17 21.06.2017
Ein Ausnahmetalent: Daniel Day-Lewis ist dafür bekannt, dass er sich akribisch auf seine Filmrollen vorbereitet. Quelle: Foto: AP
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Los Angeles

Er spielte mächtige Präsidenten, brutale Bandenführer und skrupellose Geschäftsmänner – mit einer umwerfenden Intensität, die ihm drei Oscars einbrachte. So viele Goldjungen als bester Hauptdarsteller bekam kein anderer Schauspieler in der Geschichte des weltweit wichtigsten Filmpreises. Und nun will Daniel Day-Lewis mit 60 Jahren einen Schlussstrich ziehen? Die Ankündigung durch die Sprecherin des britisch-irischen Stars schlug am Dienstag wie ein Blitz in Hollywood ein.

Dies sei eine persönliche Entscheidung und es werde von ihm oder seinen Vertretern keine weitere Erklärung dazu geben, hieß es in dem Statement. „Er ist all seinen Kollegen und den Zuschauern über die vielen Jahre hinweg ungeheuer dankbar“, ließ Sprecherin ausrichten.

Day-Lewis ist eines der größten Filmtalente aller Zeiten

Der „New York Times“-Reporter Dave Itzkoff hatte auf Twitter gleich ein Jobangebot parat: Er wäre als „White House Press Secretary Daniel Day-Lewis“ – als Ersatz für den unbeliebten US-Regierungssprecher Sean Spicer – sehr willkommen. Vielleicht bereitet sich Day-Lewis nur auf einen neuen Film vor, in dem er einen Mann spielt, der seinen Job kündigt, witzelte ein anderer Twitter-Nutzer.

Fest steht: Mit Day-Lewis geht eines der größten Filmtalente aller Zeiten. Er hatte vor allem ein Markenzeichen: Bis zur Erschöpfung bereitete sich der Schauspieler auf seine Arbeit vor.

Drei Oscars stehen in seiner Vitrine

Für seine Rolle des verkrüppelten irischen Künstlers und Schriftstellers Christy Brown in dem Film „Mein linker Fuß“ (1989) soll Day-Lewis selbst monatelang nur mit einem Fuß geschrieben, getippt und gemalt haben. Für diese Leistung erhielt er den ersten Oscar. Der zweite folgte für die Rolle als raffgieriger Ausbeuter in dem düsteren Öldrama „There Will Be Blood“ (2007). Für seine Präsidenten-Darstellung in Steven Spielbergs Historiendrama „Lincoln“ nahm er 2013 den dritten Preis entgegen.

Bis in die Bartspitzen eignete er sich die Figur des Abraham Lincoln an. Gleich nach dem Oscar-Gewinn stellte der Schauspieler backstage aber eine Pause in Aussicht: „Ich will eine Weile gar nichts machen“, sagte Day-Lewis. Erst recht keine historische Figur spielen, setzte er grinsend hinzu.

Schon als Schüler von der Schauspielerei fasziniert

Stattdessen ging es zurück zu seiner Familie auf eine Farm in Irland. Seit 1996 ist er mit der Filmemacherin Rebecca Miller verheiratet, der Tochter des amerikanischen Autors Arthur Miller. Das Paar hat zwei Söhne. Auch aus seiner Beziehung zu der Schauspielerin Isabelle Adjani hat er einen Sohn.

1957 in London geboren, war Day-Lewis schon als Schüler von der Schauspielerei „als perfekter, einziger der Flucht offenstehenden Welt“ fasziniert. Er spielte in zahlreichen Schulaufführungen mit und erhielt als Zwölfjähriger seine erste Filmrolle in John Schlesingers „Sunday, Bloody Sunday“. Begeisterte Kritiken erntete er für seine Rolle in dem Schwulenfilm „Mein wunderbarer Waschsalon“ (1985). Darauf folgten „Zimmer mit Aussicht“ und „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“. Endgültig als internationaler Star etablierte er sich mit der Hauptrolle in „Der letzte Mohikaner“ (1992). Für diesen Film übte er mit historischer Ausrüstung den Bau von Kanus und die Jagd.

Fans werden Day-Lewis aber noch auf der Leinwand bewundern können: Erst kürzlich trat er für seinen nun möglicherweise letzten Streifen wieder vor die Kamera. Der Film mit dem vorläufigen Arbeitstitel „Phantom Thread“ soll im Dezember in den US-Kinos anlaufen. Day-Lewis spielt darin einen Modedesigner in den 1950er-Jahren, der sich in der Londoner High Society bewegt.

Von RND/dpa

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